Schleswig : Weinfest mit Sylter Note

 Unternehmer Bart Westerkamp (v.l.) ersteigerte das großformatige Foto von Hans Jessel. Peter Anton (Präsident des Rotary-Clubs Schleswig) und Thorsten Dahl (Vorsitzender des Fördervereins des Stadtmuseums) begleiteten die Auktion.
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Unternehmer Bart Westerkamp (v.l.) ersteigerte das großformatige Foto von Hans Jessel. Peter Anton (Präsident des Rotary-Clubs Schleswig) und Thorsten Dahl (Vorsitzender des Fördervereins des Stadtmuseums) begleiteten die Auktion.

Veranstaltung im Stadtmuseum lockte rund 500 Gäste an. Die Versteigerung eines Hans-Jessel-Fotos bringt dabei 880 Euro für den guten Zweck ein.

shz.de von
13. Juli 2015, 07:25 Uhr

„Über das Essen lockt man Leute zur Kultur“, zeigte Monika von Boetticher aus Güby durchaus Sympathien für die Idee von Stadtmuseum und Oliver Firla vom „Odins“, zum vierten Mal kulinarische und kulturelle Leckerbissen gemeinsam zu servieren. Mit ihrer Begleiterin Jutta Musik war sie am Freitag nach Schleswig geradelt, um sich wie 500 andere Besucher (deutlich weniger als im Vorjahr) die Mischung aus Wein und Kultur nicht entgehen zu lassen.

Allerdings hatten die zwei Freundinnen zunächst ein Problem: „Wir sind auf der Suche nach Kultur“, gestanden sie, während sie mit Wein und Deichkäse den kulinarischen Teil des Abends bereits eingeläutet hatten. Leider habe man ihnen am Eingang nichts zum kulturellen Angebot sagen können, bedauerte Jutta Musik. Daher kam sie zunächst zu dem Schluss, es sei eine Charity-Veranstaltung. Diese Einschätzung war nicht ganz falsch, sammelte der Rotary-Club Schleswig mit einer Tombola doch Geld für den St. Jürgener Juki-Treff, den Schleswiger Hospizdienst und ein Segelcamp für Jugendliche.

Doch dann stellte Museumsleiter Holger Rüdel das Programm vor, das neben Museumsführungen auch eine Talkrunde mit Weinkenner und Sylt-Fotograf Hans Jessel, der derzeit seine Bilder im Stadtmuseum ausstellt, beinhaltete. Danach beschlossen die zwei Frauen, sich einer Führung anzuschließen. Bis die los ging, genossen sie „die schöne Atmosphäre im Günderotschen Hof“. Manfred Mohrbach und Gesa Kitschke hingegen waren nur wegen des „leckeren“ Weins gekommen. Die Ausstellungen wollten sie „bei so einem tollen Wetter“ nicht besuchen – sondern genossen lieber das Feiern unter freiem Himmel.

Auf der Flaniermeile – zwischen dem großen Zelt in der Mitte und den Ständen mit Angeboten von Kartoffeln mit Sylter Meersalz bis Rosengelee – waren Angela Stern und Harald Piepgras vom Rotary-Club mit Lostöpfen unterwegs. Bei der Tombola gab es neben jeder Menge Rum, T-Shirts und einer CD mit dem „Schleswig-Lied“ auch ein knapp 2000 Euro teures Elektro-Fahrrad sowie einen Strandkorb zu gewinnen. Zudem sollte die Versteigerung des Bildes „Morsumer Kliff“ von Hans Jessel Geld für den guten Zweck einbringen. Auktionator war Ex-Bürgermeister Thorsten Dahl, Vorsitzender des Fördervereins des Stadtmuseums. Mit dem Bild, so warb dieser, könne man sich ein Stück Kultur mit nach Hause nehmen. Am Ende bekam Bart Westerkamp für 880 Euro den Zuschlag.

Dabei wollte Hans Jessel einst Winzer werden, wie er in einer vom Journalisten Michael Stitz moderierten Talkrunde zugab. Doch im Gegensatz zu den anderen Gesprächspartnern Tina Pfaffmann, Tobias Knewitz und Claus Burmeister – alle Winzer von süddeutschen Weingütern – habe er keine Begabungen für den „harten Job“ gezeigt. Daher sei er Fotograf und „professioneller Weinkonsument“ geworden. Und diese Leidenschaft zeigte seiner Meinung nach eine positive Wirkung: „Sie sehen, Wein trinken ist gut für den Haarwuchs“, sagte er angesichts seines dichten Haars und sorgte so für viel Schmunzeln.

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