zur Navigation springen

Weihnachtskonzert ohne die üblichen Sentimentalitäten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

von
erstellt am 23.Dez.2013 | 00:34 Uhr

In diesen Tagen ist „A Ceremony of Carols“ des englischen Komponisten Benjamin Britten besonders häufig zu hören sein – er wurde vor genau 100 Jahren geboren. Auch der Oberstufenchor des Bernstorff-Gymnasiums in Satrup hat sich gemeinsam mit dem Eltern-Lehrerchor eben diese „Carols“ unter der Leitung von Heinke Schulz einstudiert.

Traditionsgemäß begann der Chor mit dem feierlichen Einzug durch den Mittelgang der vollbesetzten St. Laurentiuskirche zu Satrup. Mit dem hauchzart angestimmten „Hodie Christus natus est“ kam die Weihnachtsgeschichte selbst zu Wort.

Der besondere Reiz der „Ceremony of Carols“ liegt in der von Britten so unnachahmlich eingesetzten Kombination aus traditionellen altenglischen Weihnachtslieder mit dem verstörenden Eindruck des 2. Weltkrieges. Es ist eine intensive Tonsprache, die der Chor sehr schön darzustellen wusste, spannungsvolle Dissonanzbögen, ungewöhnliche Harmonien und schlichte Choralformen. Die Harfe als einziges Begleit-Instrument, von Magdalena Schiele schlicht, beinahe meditativ auch im Interludium eingesetzt, vermied jede allzu engelhafte Färbung. Dem Publikum die Auseinandersetzung mit der englischen Sprache des 14. und 15. Jahrhunderts zu ersparen und die Texte der zehn einzelnen Lieder in deutscher Sprache vorzulesen, war ein genialer Einfall.

Anrührend dann die Soli der jungen Sopranistinnen um das Kind in der Krippe, frische, frühlingshafte Klangfarben, ein „Deo Gratias“ der Dank an Gott, eher einem Aufschrei gleichend, dann zog der Chor, erneut das „Hodie Christus“ intonierend, schon wieder davon. Dann endete ein Weihnachtskonzert, das ohne die üblichen Sentimentalitäten auskam, unter nicht enden wollendem Applaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen