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Ausstellungs-Idee : Weihnachten an 365 Tagen im Jahr

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Horst Schröter (73) möchte sich seinen Traum erfüllen. Er plant eine ganzjährige Kunsthandwerks-Ausstellung und sucht Mitstreiter, die in seinem Atelier zeitweise Adventsschmuck herstellen.

Jahr für Jahr das gleiche Ritual: Kaum naht der Advent, werden Engel, Sterne und bunte Christbaumkugeln aus den Kisten geholt und im Wohnzimmer aufgehängt. Nach den Feiertagen wird die Dekoration wieder abgenommen und im Keller oder auf dem Dachboden verstaut. So geht es jedes Jahr. Nicht so bei Horst Schröter. In seinem kleinem Haus ist immer Weihnachten.

Lichterbögen aus dem Erzgebirge (Schwibbögen) und verschiedene Pyramiden stehen im Esszimmer. Kleine Pyramiden, große, aus Holz und einige in Glasflaschen. In den Fenstern hängen Kunstwerke aus Holz, von der Decke baumeln kleine Figuren. Diese hat der 73-Jährige selbst hergestellt. Seit 30 Jahren geht er diesem außergewöhnlichen Hobby nach. Nun möchte er sich einen Traum erfüllen: Eine ganzjährige Ausstellung – Weihnachten in Wanderup an 365 Tagen im Jahr.

Im Gegensatz zum Weihnachtshaus in Husum sowie der Alten Apotheke im dänischen Tondern soll es eine „lebendige Werkstatt“ werden. Was das bedeutet, erklärt der gebürtige Hesse kurz und bündig. „Die Menschen können mir bei meiner Arbeit über die Schulter schauen“, sagt er. Aber nicht nur ihm allein, denn er selbst kann die Räumlichkeiten, die er im Weihnachtsdorf dafür vorgesehen hat, nicht füllen. Deshalb ist er auf der Suche nach weiteren Handwerkern, die ihm helfen. Ein Krippenbauer hat sich bereits bei ihm gemeldet. Doch es dürften gern noch mehr Menschen mitarbeiten, die Weihnachtsschmuck produzieren. „Sticker, Drechsler, Glasbläser – alle sind willkommen“, sagt er. „Ich freue mich über jede Unterstützung.“

Die Idee dafür entstand auf einer Reise nach Sachsen. Dort entdeckte er ein kleines Museum. „Draußen waren es 35 Grad“, erinnert sich Schröter. „Aber als ich in den Raum kam, war plötzlich Weihnachten. Überall standen künstliche Christbäume.“ Da wusste der pensionierte Polizeibeamte: „So etwas möchte ich auch auf die Beine stellen.“

Besonders junge Leute will der Wahl-Norddeutsche für das Handwerk begeistern. Er wäre sogar bereit, Kurse anzubieten – damit diese traditionelle Handwerkskunst nicht ausstirbt. Geplant ist, die Dauerausstellung im Dezember zu eröffnen und Besuchern an vier Tagen pro Woche kostenlos die verschiedenen Kunstwerke zu zeigen.

Um die rund 120 Quadratkilometer Nutzfläche zu füllen, arbeitet er fast täglich an neuen Kunstwerken. In der Scheune über dem Café Lebenstraum am Kamplanger Weg darf er seine Pyramiden und Schwibbögen aufbauen. Über den passenden Namen des Ortes sagt er schmunzelnd: „Meinen Lebenstraum erfülle ich mir oberhalb des gleichnamigen Cafés.“

Damit er ungestört sägen kann, hat er extra seine Garage in eine Werkstatt umfunktioniert – zur Freude von Lebensgefährtin Erika Dumke. Sie ist erleichtert, dass die Dekoration endlich einen Platz bekommt, denn: „Das Haus platzt aus allen Nähten und wir wissen nicht mehr, wohin mit all den schönen Arbeiten.“

Schröters Hobby ist zeitaufwändig, die Lichterbögen und Pyramiden bestehen aus vielen kleinen Teilen. Bis zu sechs Monate kann es dauern, bis eine große Pyramide fertig ist. Vor allem die verschiedenen Muster halten auf. Doch Schröter setzt sie wie ein Profi mit seiner kleinen Laubsäge frei. Die Säge ist das einzige Werkzeug, das der pensionierte Polizeibeamte benutzt. Kratzend fährt er durch das dünne Sperrholz und sägt den Umriss eines Schwibbogens frei. Erst grob, um die Details kümmert er sich zum Schluss. Bis Dezember wird er sich noch viele Sperrholzplatten vornehmen. Und dann kann er den Menschen endlich zeigen, dass die Handwerkskunst aus dem Erzgebirge etwas Besonderes ist.

Wer Horst Schröter unterstützen möchte, kann ihn unter Telefon 0172/524 04 67 kontaktieren.

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