Wehrführer mit Weitsicht

Michael Haushahn (Mitte) während einer Einsatzbesprechung.
Michael Haushahn (Mitte) während einer Einsatzbesprechung.

Michael Haushahn organisierte Zusammenarbeit über Ämtergrenzen hinweg / Jetzt sagt der Mohrkircher Tschüss

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02. Februar 2018, 12:24 Uhr

Mit 67 Jahren meldet sich Mohrkirchs Gemeindewehrführer Michael Haushahn aus dem aktiven Feuerwehrdienst ab. Er hat 34 Jahre den Rock der Feuerwehr getragen und die Freiwillige Feuerwehr Mohrkirch auf die Herausforderungen der kommenden Jahre gut vorbereitet. In seiner Amtszeit wurden seit 2006 zielstrebig Gemeinde,- und Amtsgrenzen überschritten, um die Hilfskräfte der Region zusammenzuführen. Damit hat er maßgeblich zum Aufbau eines Hilfsnetzes beigetragen.

Der gebürtige Hamburger und gelernte Schiffbauingenieur hat einige Jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet und war freischaffend als Ingenieur tätig, bevor er in die Fernwärmerohr-Branche wechselte. Seit 1977 lebt er mit seiner Familie in Mohrkirch. „Wir wollten unseren Beitrag zur Dorfgemeinschaft leisten“, begründet er seinen Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 1984. Feuerwehrtechnik habe ihn schon als Kind fasziniert, wenn er im Freilichtmuseum alte Spritzenfahrzeuge bewunderte. Zudem habe der Brandschutz für Menschen, die Schiffe konstruieren, einen besonders hohen Stellenwert.

Bereits sein Vorgänger Jes Marxen hatte die Bedeutung der Feuerwehr vor immer größer werdenden Aufgaben erkannt und zielstrebig die technische Ausrüstung sowie das Fahrzeug erneuern lassen. Als seine Nachfolge anstand, schauten alle auf Michael Haushahn, der sich in den zurückliegenden Jahren für eine zukunftsweisende Wehr stark gemacht hatte. Er gehörte zu den ersten vier Aktiven, die Lehrgänge für Atemschutz und Technische Hilfe absolvierten.

Nach erfolgter Wahl und dem Besuch zahlreicher Lehrgänge stand die Erarbeitung eines Feuerwehrbedarfsplanes für die Gemeinde im Vordergrund. „Diese vom Land geforderte Bestandsaufnahme zeigte viele Mängel auf“, erinnert sich Haushahn. Auf der Defizitliste habe das Fehlen einer angemessene Unterkunft gestanden sowie die Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Hilfsfristen. Zudem wurde eine zusätzlich Ausbildung von Einsatz- und Führungskräften gefordert. Haushahn machte daraufhin der Gemeindevertretung, der er als stellvertretender Bürgermeister angehörte, den Handlungsbedarf deutlich.

Die Umsetzung erforderte den Blick über die Gemeindegrenzen. „Bereits 2007 nahm ich Kontakt zur Feuerwehr Ahneby auf und vereinbarte gemeinsame Übungen und im Bedarfsfall und auch gemeinsame Einsätze.“ Der Standort des Feuerwehrgerätehauses im Ortskern von Mohrkirch und die Größe der Gemeinde machten eine Einhaltung der zehn Minuten Hilfsfrist unmöglich. „Für die Nachbarwehren sind manche Einsatzorte im Randgebiet schneller zu erreichen, als von der Mohrkircher Wehr“, weiß Haushahn. Auch mit Sörupholz, Mühlenholz, Rüde und Schnarup-Thumby wurde eine gemeinde- und amtsübergreifende Zusammenarbeit vereinbart.

Auch eine Zusammenarbeit mit dem in Sörup stationierten THW brachte er ins Rollen. In der Vergangenheit hatte es wenig Berührungspunkte zwischen dem THW und der Feuerwehr gegeben. Das änderte Haushahn. „Bei regelmäßigen gemeinsamen Übungen leuchtet das THW die Einsatzstelle aus und ist in der Lage, Höhenrettung durch den Aufbau von Gerüsten zu ermöglichen oder hilft durch seine umfangreiche technische Ausstattung, wie Hebekissen.“

Teamarbeit verbunden mit einem hohen Tempo hätten Mohrkirchs Wehr zu einer schlagfertigen Truppe gemacht. Es ist Michael Haushahn und seinem Vorstand gelungen, die Aktiven zu motivieren. „In zehn Jahren hat sich die Wehr um 50 Prozent verjüngt.“ Inzwischen gehöre es für junge Leute zum guten Ton, Mitglied in der Feuerwehr zu sein. „Man muss seine Aufgabe ernst nehmen“, fordert Haushahn zum Abschied von seiner Truppe.

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