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Norderbrarup : Wegen Schulstreit: Bürgermeister tritt zurück

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wolf-Rüdiger Gramm ist nicht mehr Bürgermeister von Norderbrarup. Seinen Rücktritt begründet er mit „schlechten Umgangsformen“ im Zusammenhang mit der Diskussion um den Schulstandort Norderbrarup.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 07:30 Uhr

Der Paukenschlag bei der Sitzung der Gemeindevertretung Norderbrarup kam erst am Ende: Bürgermeister Wolf-Rüdiger Gramm gab bekannt, dass er noch vor der nächsten Sitzung zurücktreten werde. Er begründete diesen Schritt mit den seiner Meinung nach „schlechten Umgangsformen“ im Zusammenhang mit der Diskussion um den Schulstandort Norderbrarup.

Diese hätten in den sozialen Netzwerken zu persönlichen Angriffen auf ihn geführt. „Keiner hat an meine Tür geklopft und mich gefragt, warum ich für eine zentrale Grundschule und eine Aufgabe des Schulstandortes Norderbrarup bin“, sagte er. Doch sich mit Verleumdungen im Internet herumzuschlagen, das müsse er sich nicht antun. Er werde auch bei der Amtsausschusssitzung für den Bau der Zentralschule stimmen. „Meine Prioritäten in dieser Frage waren Qualität der Ausbildung unserer Kinder, Finanzierbarkeit und erst dann die Standortfrage“, erklärte er abschließend.

Seinen Rücktritt erklärte auch Detlev Lausen, der Vorsitzende des Finanzausschusses. Allerdings wird er sein Mandat erst zum Jahreswechsel aus persönlichen Gründen aufgeben. Inzwischen hat auch Arnold Petersen, der Vorsitzende des Bau- und Wegeausschusses, sein Mandat zum 31. Dezember niedergelegt. Die Gründe für seine Entscheidung sind noch nicht bekannt.

Der Rücktritt Gramms wurde allgemein bedauert. Selbst die Interessengemeinschaft zum Erhalt der Norderbraruper Schule äußerte sich entsprechend. „Ich persönlich habe zu jedem Zeitpunkt seine Arbeit und seinen Einsatz geschätzt, war mit ihm in der Frage der Schulentwicklung aber schlicht nicht einer Meinung“, schreibt Lutz Tschense, Vorsitzender der Interessengemeinschaft. Dies sei für ihn in einer Demokratie kein Makel, sondern ein Wert. Es sei niemals Ziel der Interessengemeinschaft gewesen, einen Rücktritt des Bürgermeisters zu erreichen.

Vorangegangen war eine Gemeindevertretersitzung mit einigen spitzen Bemerkungen, aber ohne große Höhepunkte. Der kritische Tagesordnungspunkt „Übertragung der Schulträgerschaft auf das Amt Süderbrarup“ wurde auf die nächste Sitzung verschoben. Bis dahin will sich eine Gruppe Gemeindevertreter noch intensiver in die Materie einarbeiten. „Uns fehlt eine neutrale Expertise zu diesem Thema“, erklärte Mandatsträgerin Christine Hannemann. Sie habe das Gefühl, dass alle Zahlen von den jeweiligen Interessengruppen geschönt würden. Eine Stellungnahme der Lehrer fehle bisher vollständig. Doch die eigentlichen Schuldigen an dem Dilemma sieht sie im Schulministerium. „Wir verausgaben uns in den Gemeinden, um das auszugleichen, was in Kiel verursacht wird.“

Weitere Entscheidungen in Kürze:
> Mit vier zu drei Stimmen schloss sich die Gemeindevertretung der Meinung der Telekom an, das bisher nie benutzte Notfalltelefon abzubauen.
> Die Jugendfeuerwehr des Amtes erhält eine Zuwendung von 300 Euro.

 

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