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Zukunft der Grundschulen : Wege für Schüler sollen kurz bleiben

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein neuer Zusammenschluss soll den Bestand der Grundschulen in Erfde, Norderstapel und Bergenhusen sichern. Gleichzeitig soll eine Kooperation mit Kropp die Erfder Regionalschule retten.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 18:00 Uhr

Das Interesse war groß: Mehr als 70 Eltern, Lehrer und Kommunalvertreter begrüßte der Vorsitzende des Schulverbandes Stapelholm, Rainer Rahn, zur jüngsten Sitzung im Foyer der Stapelholmschule. Publikumsmagnet war der Tagesordnungspunkt „Schulentwicklung“.

Auch in Stapelholm zeigt sich der demographische Wandel mit sinkenden Schülerzahlen. In einer ersten Reaktion war daher in diesem Jahr die Grundschule in Bergenhusen der Grundschule in Norderstapel als Außenstelle zugeordnet worden. „Wir haben das Kindeswohl im Auge und das heißt für uns: kurze Beine – kurze Wege. Deshalb werden wir die Grundschulen so lange wie möglich in den Dörfern erhalten“, stellte Rahn fest.

Eine Mindestzahl von 80 Schülern ist dafür Voraussetzung. Sind es weniger, erfolgt die Schließung der Schule. Zusammen erreichen die beiden Schulen zurzeit 125 Erst- bis Viertklässler. Damit ist der Bestand fürs Erste gesichert.

In Erfde sinken die Schülerzahlen in der Grundschule auch: 105 Schülern im Jahr 2010/11 stehen im jetzigen Schuljahr 2013/14 noch 88 gegenüber – mit weiter sinkender Tendenz. Das Ende der Grundschule wäre somit in kurzer Zeit erreicht. Als Gegenmaßnahme streben die Mitglieder des Schulverbandes eine Grundschule mit den drei Standorten Bergenhusen, Erfde und Norderstapel an. Mit den dann mehr als 200 Schülern sollte es möglich sein, die Grundschulen vor Ort weiter betreiben zu können.

Düster sieht es auch für die „Noch“-Regionalschule in Erfde aus. In der zukünftigen Gemeinschaftsschule ist die Schülerzahl von rund 300 Schülern im Schuljahr 2010/11 auf mittlerweile 244 gesunken – nur vier mehr als die Grenze von 240 zur weiteren Existenz vorgibt. So hat der Schulverband in den vergangenen Monaten schon die Fühler ausgestreckt, um mit benachbarten Schulen zu kooperieren. Eine mögliche Lösung wäre innerhalb Stapelholms die Schule in Friedrichstadt gewesen. Doch es gab ein Veto aus Tönning, denn es gibt einen Vertrag mit dem dortigen Schulträger über die Zusammenlegung mit der Tönninger Schule. Richtung Hohn stieß die Initiative ebenfalls ins Leere, denn dort sieht man die Zukunft mehr in Richtung Fockbek/Rendsburg.

Zurzeit stellt sich die Situation so dar, dass die Stapelholmschule wohl eine Außenstelle der Schule in Kropp wird. Damit könnte man langfristig den Bestand vor Ort sichern. Diese Idee kann aber nur funktionieren, wenn die Eltern mitspielen. Denn sie können frei wählen, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. In Bergenhusen beispielsweise ist es Tradition, die Kinder für einen mittleren Bildungsabschluss nach Friedrichstadt zu schicken.

Der Erfder Bürgermeister Thomas Klömmer warnte ausdrücklich: „Wenn wir die Stapelholmschule als Gemeinschaftsschule verlieren, haben wir verloren.“ Für Stapelholm fehle dann ein wesentlicher Anreiz für junge Leute, sich hier niederzulassen und die Überalterung der Bevölkerung schreite weiter voran.

Die Entscheidung für oder gegen eine Kooperation mit Kropp muss nach Meinung des Erfder Schulleiters Christoph Siewert schnell fallen. Anfang Februar stellt sich die Schule den potenziellen neuen Fünftklässlern vor: „Und dann muss ich den Eltern sagen können, wie es weitergeht“, mahnte er. Der Schulverband kann das aber nicht allein entscheiden, hier muss ein Mandat durch die sieben beteiligten Gemeindevertretungen erteilt werden.

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