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Kampf gegen Erosion : Wasserpflanze soll Möweninsel retten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Umweltdienste der Stadt Schleswig wollen im Frühjahr 12.500 breitblättrige Rohrkolben anpflanzen, um die Erosion zu stoppen. Die Schilf-Aktion aus dem vergangenen Februar hatte keinen Erfolg

Gegen die Kraft des Wassers ist angeblich kein Kraut gewachsen. Die Umweltdienste wollen es trotzdem versuchen, allerdings nicht mit einem Kraut, sondern mit einer Pflanze namens Typha latifolia. Zirka 12 500 Exemplare des breitblättrigen Rohrkolbens sollen dazu beitragen, die Möweninsel vor weiteren Landabbrüchen zu bewahren. In diesen Tagen sondiert der städtische Eigenbetrieb die Kosten der Aktion und holt Angebote ein.

Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis man den derzeit unbewachsenen Teil der Insel mit Hilfe der Pflanzen befestigen kann. „Wir müssen auf jeden Fall die Herbststürme abwarten“, sagt Technik-Chef Jürgen Augustin. Und da es anschließend zu spät sein dürfte, um den breitblättrigen Rohrkolben in Massen auf der Insel anzusiedeln, geht er von einen Pflanztermin im späten Frühjahr 2014 aus. Ein Areal von 2500 Quadratmetern soll dann begrünt werden.

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, hängt entscheidend vom Wetterbericht ab. Die Umweltdienste wollen vermeiden, dass sich die Geschehnisse aus dem Februar wiederholen. Vor einem halben Jahr hatten das Technische Hilfswerk und die Holmer Fischer grüne Teppiche aus insgesamt 200 Quadratmetern Schilf vom Burggraben zur Möweninsel bugsiert. Dort wurden die Mini-Schilfinseln von den städtischen Gärtnern zerteilt und am Ufer mit Pflöcken befestigt. Doch nur wenige Tage später sorgte ein starker Ostwind für einen hohen Pegelstand in der Schlei. Das noch nicht angewachsene Schilf wurde hochgedrückt. Während die Pflöcke dem Hochwasser widerstehen konnten, gaben die Schilfpflanzen klein bei. Sie wurden bis auf wenige Exemplare weggeschwemmt.

Etwa 25.000 Euro wird das die Umweltdienste kosten. Sie sichern damit den Teil der Insel, der im Zuge des Stadthafen-Ausbaus in den Jahren 2011 und 2012 aufgeschüttet worden war. 3000 Kubikmeter Sand hatten die Stadtwerke damals zur Möweninsel gepumpt. Die Grundfläche der Insel vergrößerte sich dabei erheblich. Die Schätzungen schwanken zwischen 30 und 50 Prozent. Die ersten Landabbrüche im neuen Teil der Insel zeigen allerdings bereits, dass das neugeschaffene Areal gesichert werden muss.

Die Schleswiger Umweltgruppen betrachten die geplante Pflanzaktion mit großer Aufmerksamkeit. „Das ist ein interessantes Experiment – und kaputt machen kann man damit nichts“, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Umweltschutz, Fritz Laß. Der breitblättrige Rohrkolben sei in der Region ohnehin heimisch. „Der steht auch im Noor.“ Wenn die bis zu 1,50 Meter groß werdende Pflanze dicht an dicht am Ufer stehe, könne sie eine Schutzfunktion für den Erhalt der Insel entwickeln.

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erstellt am 31.Aug.2013 | 12:00 Uhr

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