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Vorübergehende Sperrung der Schleimündung : Wasserdemo für freie Fahrt auf der Schlei

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Verein „Naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde“ setzt sich mit symbolischer Aktion für Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße ein. Bund soll weiterhin für Unterhaltung des Gewässers aufkommen.

„Viel Erfolg“, schallt es unter dem weißen Segel von einer Yacht hervor. Günther Hoffmann hebt die Hand als Zeichen des Dankes und widmet sich in seinem Schlauchboot den beiden Holzbooten, die mitten im Fahrwasser vor Schleimünde liegen. Zwischen diesen Holzbooten ist ein Banner über dem Wasser gespannt, mit der Aufschrift „Der Ostseefjord Schlei ist aufgrund Versandung vorübergehend gesperrt. Der Bundesverkehrsminister“. Es ist eine symbolische Sperrung der Schleimündung für eine halbe Stunde, denn die Schiffe können um die Wasserdemo herumfahren. Doch was hier noch wie ein Happening wirkt, kann womöglich bereits in wenigen Jahren Realität sein.

Vor 1200 Jahren war sie eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Nun besteht die Gefahr, dass die Schlei ihre Funktion als Wasserstraße völlig verliert. Der Bund will die Wasserstraßen bundesweit kategorisieren, um Betrieb und Unterhaltung auf Wasserstraßen mit hoher Transportfunktion zu konzentrieren. Seit Jahren sind die Transportkapazitäten auf der Schlei stark rückläufig, kaum zwängen sich noch Transportschiffe durch die Enge von Schleimünde. Dagegen steigt aber die Funktion als Wasserstraße für Freizeitkapitäne und Ausflugsschiffe ständig.

Günther Hoffmann ist Mitglied der Lenkungsgruppe Wassertourismus und Vorsitzender des Vereins „Naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde“. Bei den Wassersportlern hat die Ankündigung des Bundesverkehrsministers die Alarmglocken schrillen lassen. „Wir befürchten, dass der Bund sich aus der Unterhaltung der Wasserstraße Schlei verabschieden wird mit dem Ergebnis, dass die Schlei versandet und der Tiefgang nicht mehr für größere Schiffe, aber auch nicht mehr für Yachten und Ausflugsschiffe reicht“, so Hoffmann.

Die Schlei hat auf der gesamten Länge bis Schleswig eine vorgegebene Wassertiefe von 4,50 Metern. Aber bereits jetzt vernachlässigt das Wasserschifffahrtsamt seine Pflicht, die gesamte Wasserrinne auf den vorgeschriebenen 4,50 Metern Tiefe zu halten. An den Rändern beträgt die Wassertiefe in einigen Bereichen nur noch 2,40 Meter, so die Schleimünder Wasserfreunde. Da ist es vorhersehbar, dass Ausflugsschiffe mit einer Wassertiefe von 3,50 Metern bald auf Schlick sitzen werden, wenn die Fahrrinne nicht weiter ausgebaggert wird.

Mit ihrer von 20 Aktiven getragenen Aktion wollen die Schleimünder die Freizeitskipper sensibilisieren und auf die Problematik aufmerksam machen. Wenn das Berliner Ministerium erst die Reform in „trockenen Tüchern“ habe, so Günther Hoffmann, sei es für Änderungswünsche zu spät. Hinzu kommt die Erwartung an die Landespolitik, sich stärker für die Schleiregion zu engagieren. Diese Region habe durch den Abzug der Bundeswehr schon viel Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze eingebüßt. Weitere Einschnitte, die jetzt den Tourismus treffen, werden der gesamten Schleiregion schweren Schaden zufügen, prophezeit Günther Hoffmann.

Der Hamburger Jürgen Rothermund hat in Maasholm seinen Liegeplatz. Er unterstützt die Aktion und verweist auf die Situation am Nord-Ostsee-Kanal mit Schleusen und Rader Hochbrücke. Als Hamburger müsse er jetzt bereits wesentlich längere Anfahrtszeiten in Kauf nehmen. Das einmalige Segelrevier und die Lage lassen ihn diese Erschwernisse hinnehmen. Aber wie lange noch ?

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erstellt am 20.Aug.2013 | 17:39 Uhr

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