zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

20. Oktober 2017 | 13:28 Uhr

Schleswig : Was wird aus dem Stadtmuseum?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

CDU fordert vom Bürgermeister Einspar-Vorschläge für das Stadtmuseum. Dessen Leiter geht bald in den Ruhestand.

von
erstellt am 27.Nov.2015 | 18:56 Uhr

Die CDU will beim Thema Stadtmuseum nicht locker lassen. Die hohen Kosten – „da müssen wir dringend ran“, erklärt Fraktionschef Holger Ley. Mit ihrem Vorstoß bei den Haushaltsberatungen, die ab September 2016 frei werdende Stelle des Stadtmuseums-Leiters Holger Rüdel nicht wieder zu besetzen, hatte die CDU Bürgermeister Arthur Christiansen unter Druck gesetzt. Er solle die seit Langem von der Politik eingeforderten Einsparungsvorschläge für das Stadtmuseum „endlich vorlegen“.

Dazu Ley auf SN-Anfrage: „Wir drängen schon lange die Verwaltung, das Stadtmuseum neu zu strukturieren, um die Kosten in den Griff zu bekommen – doch passiert ist bisher nichts.“ Jetzt erwartet die CDU, dass der Bürgermeister spätestens vor der Ratsversammlung Stellung bezieht.

Zum Hintergrund: Das Stadtmuseum belastet den Haushaltsetat jährlich mit fast 600  000 Euro. Dem stehen Erträge von etwa 50  000 Euro gegenüber. Für die Differenz muss der Schleswiger Steuerzahler aufkommen. Das ständig wachsende Minus, das vom Stadtmuseum produziert wird, rührt größtenteils von den hohen Personalkosten her: Das sind 9,48 Vollzeit-Stellen, die von 16 Mitarbeitern ausgefüllt werden.

Die CDU fühle sich durch aktuelle Erkenntnisse des Landesrechnungshofes bestärkt, erklärt Ley. Denn der sehe ein Einsparpotenzial für das Stadtmuseum von 230  000 Euro jährlich, vor allem bei den Personalausgaben. Im Vergleich zu den 9,5 Planstellen dort schafften es andere Mittelstädte, ihre Stadtmuseen mit nur 1,4 Planstellen zu betreiben. Ley: „Woran das liegt, wird noch aufzuschlüsseln sein.“ Vielleicht sollte der Hebel außerdem bei reduzierten Öffnungszeiten angesetzt werden, meint er. Zur Zeit hält das Stadtmuseum täglich von dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr seine Tore für Besucher offen.

Zu dem strikten Vorgehen seiner Fraktion diese Woche im Finanzausschuss erklärt Ley: „Wenn wir den Vorschlag der Verwaltung zugelassen hätten, die Planstelle von Dr. Rüdel nach dessen Pensionierung im nächsten September einfach wieder neu zu besetzen, würde sich dort in den nächsten 20 Jahren wieder nichts ändern.“ Dass aber die Besetzung der Planstelle nun durch Sperrvermerk blockiert werde, ermögliche es, das Stadtmuseum neu zu organisieren und neu zu strukturieren – „eine einmalige Chance, die nicht wiederkommt“, meint Ley. „Denn sonst wird die Verwaltung tun, was sie immer tut – nämlich die Stelle zeitnah ausschreiben und einen Bewerber einstellen. Damit wären die alten Strukturen weiter zementiert.“ Nebenbei sei die CDU der Auffassung, dass Museumsleiter Holger Rüdel „sehr gute Arbeit“ leiste. Die Kritik der CDU gelte vielmehr dem System Stadtmuseum.

Die SPD übt Zurückhaltung. Der Fraktionsvorsitzende Stephan Dose hält den Vorstoß der CDU, die Wiederbesetzung mit einem Sperrvermerk zu versehen, für „Aktionismus“. Ein Museum sei nun einmal ein Zuschussbetrieb, sagt er. Man werde sich darüber unterhalten müssen, „in welcher Größenordnung wir uns das künftig leisten wollen“. Dazu will die SPD ein Gesamtkonzept erstellt wissen und schlägt vor, in einer Art Extra-Arbeitsgruppe mit allen Fraktionen gemeinsam die „richtigen Maßnahmen“ zu entwickeln. Doch erst müsse der Bericht des Landesrechnungshofes vorliegen, um ihn auswerten zu können. Der Bürgermeister werde nun einen Vorschlag unterbreiten, wie die Museums-Stelle künftig ausgestattet werden solle.

Und was sagt Bürgermeister Arthur Christiansen? Er räumt ein, dass der CDU-Antrag „überdeutlich gemacht hat“, dass sich beim Stadtmuseum etwas bewegen müsse. „Aber auch die Stadtverwaltung erkennt, dass ernsthaft Überlegungen zum Abbau des Defizits im Stadtmuseum umgesetzt werden müssen“, erklärt Christiansen gegenüber den SN. Denkbar dafür seien strukturelle Veränderungen. Und: „Möglicherweise haben diese Überlegungen auch Konsequenzen für die künftige Besetzung im Stadtmuseum.“

CDU-Fraktionschef Holger Ley schaut auf die Ratsversammlung am 14. Dezember: „Es kommt jetzt darauf an, dass bei den Haushaltsberatungen die Weichen gestellt werden – denn danach wäre es zu spät.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen