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Schleswiger Nachrichten

17. Dezember 2017 | 02:14 Uhr

Schuby : Was wird aus dem alten Amtsgebäude?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bau der Erdgasleitung abgeschlossen: Ingenieure, Planer und Bauarbeiter ziehen Ende September aus dem 70er-Jahre-Bau in Schuby aus.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 07:31 Uhr

Gut anderthalb Jahre war Schuby die Wirkungsstätte von Erik Duijtshoff, Construction Manager der Gasunie Deutschland Services GmbH. Im Januar 2014 richtete der Holländer dort sein Büro im alten Amtsgebäude in der Bahnhofstraße ein. Und mit ihm gut 60 weitere Ingenieure, Planer und Mitarbeiter aus aller Welt, die im Auftrag verschiedener Firmen an dem Bau der insgesamt 64 Kilometer langen Erdgaspipeline zwischen Fockbek und Ellund beteiligt waren. Diese ist nun seit Wochen fertig gestellt. Mitte Juni wurde die letzte Schweißnaht gesetzt.

Das Ende der Bauarbeiten bedeutet für Duijtshoff und seine Kollegen, die Koffer zu packen. Dass die Bauarbeiter, darunter viele Holländer, bald abreisen, bedauert Bürgermeister Helmut Ketelsen sehr. Er erinnert sich gerne daran, wie er gemeinsam mit einigen von ihnen Spiele bei der Fußball-WM 2014 zusammen vor dem Fernseher verfolgte. Ketelsen weiß auch, dass die Schubyer Wirtschaft – die Läden und die Vermieter von privaten Unterkünften – von dem Besuch der Bauarbeiter und Ingenieure profitiert haben.

Das gilt auch für das Amt Arensharde, das in ihnen dankbare Mieter des zuvor leer stehenden alten Amtsgebäudes fand. Im Rahmen der Fusion zum heutigen Amt Arensharde war im Jahr 2008 das Amt Schuby geschlossen worden. Bis Ende 2011 konnten Schubyer zwar noch in der alten Amtsverwaltung in der Bahnhofstraße ihren Pass verlängern, Steuern anmelden oder Bauanträge einreichen, dann aber schloss auch das dortige Bürgerbüro. Das Amt versuchte, das Gebäude anschließend zu verkaufen – ohne Erfolg.

Was mit dem in den 70er Jahren errichteten Bau passiert, wenn Duijtshoff und Co. nun Ende September ausziehen, ist unklar. Es heißt, an einigen wenigen Räumen hätten die am Bau der Pipeline beteiligten Unternehmen noch Interesse angemeldet. Für die Gemeinde Schuby könnte das Gebäude zudem auch Bedeutung für die Wohnbebauung haben. Die Neubaugebiete seien nahezu ausgebucht, „und wir kriegen keine neuen Kontingente vom Land, wenn wir nicht vorher Baulücken im Ort schließen“, erklärt Ketelsen. Das Land rund herum des in bester Ortslage liegenden Gebäudes jedenfalls sei Eigentum der Gemeinde. „Wir werden uns im nächsten Vierteljahr darüber Gedanken machen, wie es mit dem Gebäude weitergehen soll“, sagt der Bürgermeister und stellvertretende Amtsvorsteher und bezieht dies sowohl auf die Gemeinde-, als auch die Amtsebene.

Ralf Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Arensharde, kann keine Auskünfte über die weitere Verwendung des gut 18 Räume auf zwei Stockwerken umfassenden Verwaltungsgebäudes geben. Er verweist auf die nächste Sitzung des Amtsausschusses in Silberstedt, wo das Thema sicherlich aufgegriffen werde. Die Möglichkeit, dass im Zuge der vielen Berichte über Wohnungsnot aus dem Gebäude eine neue Flüchtlingsunterkunft werden könnte, weist er als reine Spekulation zurück. Es gebe bisher keinerlei Überlegungen der Politik in diese Richtung, die ihm bekannt seien. Außerdem sei für die in diesem Jahr bis jetzt dem Amt Arensharde zugewiesenen 51 Flüchtlinge jeweils eine richtige Wohnung gefunden worden.

Auch Helmut Ketelsen kann sich kaum vorstellen, dass die Büroräume des alten Amtsgebäudes neue Wohnstätte für Flüchtlinge werden und verweist auf baurechtliche Aspekte wie den Brandschutz und das Fehlen von Toiletten und Duschen. „Ich glaube, es geht manchmal schneller, etwas neu als etwas umzubauen“, sagt das Dorfoberhaupt von Schuby. Im Gegenzug verweist er aber auf die vielen Ferienwohnungen und privaten Unterkünfte, die nun mit dem Wegzug der am Bau der Pipeline beteiligten Ingenieure frei werden. Das Amt werde seine Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge sicherlich eher dort ansetzen. „Wir suchen auf sämtlichen Kanälen, aber wir sind dabei an das Eigentumsrecht gebunden. Wir werden niemanden zu etwas zwingen“, sagt Lausen dazu. Nach jetzigem Stand muss das Amt in diesem Jahr für weitere 93 Flüchtlinge ein neues Dach über dem Kopf finden.

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