Schleswig : Was ist geblieben?

Farbenpracht: Nicht nur der „Senkgarten“ am Haupteingang war ein echter Hingucker.
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Farbenpracht: Nicht nur der „Senkgarten“ am Haupteingang war ein echter Hingucker.

Heute vor zehn Jahren fand die Landesgartenschau in Schleswig ihren feierlichen Abschluss – ein Rückblick.

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04. Oktober 2018, 06:00 Uhr

Bis heute spricht man in der Stadt von „Schleswigs schönstem Sommer“. Die Landesgartenschau auf den Königswiesen ist auch im Rückblick noch immer ein unerreichtes Highlight, auf das viele Bürger der Stadt mit Freude und auch Stolz zurückblicken. 164 Tage voller Blumen, Events und guter Stimmung. Mit rund 700 000 Besuchern aus Nah und Fern wurden die Erwartungen weit übertroffen. Krönender Abschluss: Das feierliche Finale auf den Königswiesen mit mehr als 4000 Gästen. Heute auf den Tag ist das genau zehn Jahre her. Grund genug, einmal zurückzublicken – und zu fragen: Was ist geblieben von der Landesgartenschau?

„Das war schon eine tolle, aufregende Zeit. Und ich bin bis heute begeistert, dass wir dieses Event in die Stadt holen konnten“, sagt Caroline Schwarz. Die ehemalige Schleswiger CDU-Landtagsabgeordnete hatte Anfang der 2000er Jahre erstmals die Idee aufgeworfen, in Schleswig-Holstein eine Landesgartenschau auszurichten. „Wir waren bis dato das einzige Bundesland, das keine hatte. Das wollte ich ändern, und ich wollte von Anfang an, dass sie in Schleswig stattfindet.“ Wie weit der Weg dahin war, das konnte sie sich damals nicht einmal ansatzweise vorstellen. Nach unzähligen Gesprächen und Verhandlungen und dem Überwinden vieler Hindernisse gelang schließlich aber doch der Durchbruch. „Zum Glück“, wie Schwarz auch im Rückblick noch betont. „Die Veranstaltung hat Schleswig viel gegeben. Wir waren in aller Munde. Auch die vielen Gegner, die es anfangs gab, waren am Ende begeistert.“

Mit Blick auf die Gegenwart allerdings ist auch für Schwarz zumindest im Anschluss an die Landesgartenschau nicht alles so gelaufen, wie es hätte sein können. „Man hätte viel mehr von dem, was da war, retten können. Es gab zahlreiche Ehrenamtler, etwa die Landfrauen oder den Hausfrauenbund, die sich um Beete und Grünanlagen kümmern wollten. Aber insbesondere der damalige Bürgermeister Thorsten Dahl wollte viele Dinge einfach platt machen. Und das ist dann leider auch geschehen.“

Dennoch, so betont Schwarz, hätten sich die Königswiesen seit 2008 zu einem echten Stadtpark entwickelt. „Und dieser wird von den Schleswiger richtig gut angenommen“, sagt auch Wolfgang Schoofs. Der Stadtwerke-Geschäftsführer war damals gleichzeitig Landesgartenschau-Chef – und auch er blickt noch heute gerne auf das Riesen-Event zurück. „Das war eine schöne Zeit“, sagt er.

Um dieses Andenken zu bewahren, lägen ihm die Königswiesen bis heute besonders am Herzen. „Ich lege großen Wert darauf, dass sie sich in einem guten Pflegezustand präsentieren.“ Allerdings bedaure er es ein wenig, dass der Park nicht so oft für Veranstaltungen genutzt wird, wie es möglich wäre. „Man könnte etwa in den Sommermonaten regelmäßig Platzkonzerte an der ,Wikingerbühne‘ am Luisenbad anbieten. Das hätte doch was“, meint Schoofs. Auch Caroline Schwarz könnte sich gut noch mehr Leben auf den Königswiesen vorstellen. „Das ,Norden‘-Festival im Sommer war schon toll. Man könnte dort aber sicherlich noch viel mehr auf die Beine stellen.“

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