zur Navigation springen

Schleswig : Warum die Doris-Rüstig-Ladewig-Stiftung ihre Galerie aufgibt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

15 Jahre lang hat die Doris-Rüstig-Ladewig-Stiftung ihre Galerie und Kunstschule am Gallberg betrieben. Nun ist das vorbei.

von
erstellt am 03.Mai.2017 | 12:48 Uhr

Seit Dienstag gibt es sie nicht mehr: die Anlaufstelle der Doris-Rüstig-Ladewig-Stiftung für Künstler und Kunstinteressierte am Gallberg 30. Dieses Domizil für die bildende Kunst ist zum 1. Mai aufgelöst worden. Seit 15 Jahren hatte die Stiftung am Gallberg ihre Ausstellungs- und Atelierräume, in denen Künstler ihre Werke dem Publikum präsentieren und Dozenten ihre Seminare abhalten konnten. „Wir mussten aus finanziellen Gründen die Räume, die sich im Eigentum der Stiftung befanden, veräußern“, erklärte gestern Helmut Rüdiger Klein vom Stiftungsvorstand auf SN-Nachfrage. Weil die Zinsen aus dem Stiftungskapital der nunmehr 90 Jahre alten Gönnerin Doris Rüstig-Ladewig keine nennenswerten Erträge mehr abwarfen, habe man rechtzeitig die Reißleine gezogen und die Räume am Gallberg verkauft. „Dadurch haben wir nun wieder mehr finanzielle Freiräume erhalten, für die wir im Stiftungsvorstand ein neues Konzept erarbeitet haben“, sagt Klein. So will die Stiftung künftig nicht mehr Ausstellungen und Seminare arrangieren und finanzieren. Vielmehr soll das Geld für die Förderung begabter Künstler verwendet werden. „Es wird eine Ausschreibung geben, für die sich interessierte bildende Künstler bei uns im Stiftungsvorstand bewerben können.“ Die genauen Bewerbungskriterien werden noch zusammengestellt und dann veröffentlicht.

Die Stifterin und Künstlerin Doris Rüstig-Ladewig, die vor Jahren von Berlin nach Norderbrarup gezogen war, arbeitet nach wie vor engagiert im Vorstand mit, berichtet Klein, der eine private Galerie in Stexwig betreibt. Die Stiftung hatte sie gegründet, nachdem sie eine erhebliche Summe geerbt hatte. Als jedoch in den letzten Jahren durch die niedrige Zinspolitik die erhofften Gelder für die laufenden Kosten der Ausstellungsräume am Gallberg zusammenschmolzen, habe Doris Rüstig-Ladewig ständig eigenes Kapital zubuttern müssen. „Da ist natürlich irgendwann die Luft raus“, meint er.

Was bleibt, ist eine eindrucksvolle Bilanz aus 15 Jahren Stiftungstätigkeit. Pro Monat wurden drei Seminare zu unterschiedlichen Techniken in der Mal- und Bildhauerkunst mit professionellen Dozenten gegeben sowie mindestens vier Ausstellungen im Jahr mit renommierten und auch noch nicht bekannten Künstlern. „Wir waren eine offene Kunstschule für jeden, der malen, zeichnen, drucken, radieren oder bildhauerisch tätig sein wollte“, sagt Klein.

Jetzt möchte die Stiftung einzelne Künstler in ihrem Werdegang fördern. Infos sind beim Vorstand in Stexwig unter Telefon 0151/59828497 zu erhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen