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Luisenbad in Schleswig : Warten auf den Saisonstart

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach der Rückzahlung von Fördergeldern ans Land: Der neue Pächter des Strandcafés steht in den Startlöchern.

Er sagt, er brenne förmlich auf die neue Saison. Aber noch muss sich Gastronom Paolo Mercurio (Foto) ein wenig gedulden. Der Pachtvertrag mit der Stadt für die Nutzung des Luisenbades als Strandbar lässt weiter auf sich warten. „Ich hoffe, dass es nächste Woche soweit ist. Dann kann ich endlich loslegen.“

Das wäre der Schlussstrich unter eine fast unendlich wirkende Geschichte, die die Schleswiger Verwaltung und Politik seit dem Jahr 2008 begleitet. Damals wurde das Luisenbad im Zuge der Landesgartenschau aufwändig saniert – und zwar mit einem großen Anteil von Fördermitteln des Landes (70 Prozent). Daran gebunden waren strenge Nutzungsrichtlinien. Diese untersagten unter anderem das Betreiben einer Gastronomie auf der zur Schlei ausgerichteten rund 180 Quadratmeter großen Außenterrasse. Dennoch betrieb Paul Sindram, dem auch das Marienbad auf der gegenüberliegenden Schleiseite gehört, sechs Jahre lang das Luisenbad als Bar und Café. Geduldet von der Schleswiger Verwaltung – und kritisch beäugt vom Kieler Innenministerium, das auf die Einhaltung der Förderrichtlinien pochte.

Im Januar sorgte der Kulturausschuss für ein Ende der Diskussionen. Einstimmig sprachen sich dessen Mitglieder dafür aus, das Luisenbad im wahrsten Sinne des Wortes vom Land freizukaufen. Rund 50  000 Euro gehen nun zurück ans Kieler Ministerium. Dafür darf das Strandbad künftig innen und außen von einem kommerziellen Anbieter als Café betrieben werden.

Die Zeichen stehen gut, dass dieser Betreiber Paolo Mercurio sein wird. Der Italiener, der gemeinsam mit seinem Sohn Marcello eine Pizzeria im Kaufmannshof am Kornmarkt betreibt, hat bereits im vergangenen Jahr für Paul Sindram die Bewirtung am Luisenbad übernommen. Er wird künftig eine Pacht zahlen müssen, die – so die Pläne der Stadt – nach etwa 15 Jahren wieder das Geld einspielt, das nun an das Land zurückgezahlt werden muss.

Unabhängig davon kann es der Gastronom kaum abwarten, bis es losgeht. „Wenn alles klappt, dann möchte ich gerne noch das ein oder andere vor Ort verändern. Ich möchte das noch mehr italienisches Flair reinbringen“, sagt er. Insbesondere im Innern sollen sich einige Dinge wie etwa der Verkaufstresen verändern. Dort wo bis zum vergangenen Jahr draußen ein Tresen stand, will er eine Loge bauen: mit schönen Stühlen und Sonnenschirmen. Ansonsten setzt Mercurio auf das Angebot aus dem vergangenen Jahr: Eis, Cappuccino, Kaffee. Dazu solle es frischen Blechkuchen geben. „Die Resonanz auf die letzte Saison war sehr gut. Ich werde ständig gefragt, ob es in diesem Jahr weitergeht“, sagt Mercurio. Sollten die Unterschriften von ihm und der Stadt zeitnah unter dem neuen Vertrag stehen, kann er sich einen Saisonstart Anfang Juni vorstellen. Bis Mitte September könnte das Luisenbad dann durchgehend täglich von etwa 10.30 bis 19 Uhr geöffnet sein. „Egal ob bei Sonne oder Regen. Das ist ein wunderschöner Ort in Schleswig, an dem man es sich gut gehen lassen kann“, schwärmt er.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 07:44 Uhr

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