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Schleswiger Nachrichten

21. Oktober 2017 | 11:00 Uhr

Schafe gerissen : War es ein Wolf?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Landwirt aus Tielen beklagt tote Tiere. Experten aus Eekholt warten nun auf DNA-Analysen.

Immer noch geschockt ist das Landwirtsehepaar Sabine (43) und Frank Rahn (44) aus Tielen. Vor wenigen Tagen ging Sabine Rahn wie gewohnt zu den 13 Schafen und neun Lämmern, die auf einer Naturschutzstiftungsfläche weiden. Diese Fläche liegt genau dort, wo die Sorge in die Eider fließt – etwa sechs Kilometer entfernt von Tielen. „Ich merkte sofort die Unruhe der Schafe“, so die Landwirtin. Drei Schafe und ein Lamm mit Bisswunden im Hals lagen tot im Entwässerungsgraben, ein Lamm war bis auf Knochen und Fell komplett aufgefressen. Auf Grund von Spuren sei erkennbar gewesen, dass ein „angefressenes Schaf“ auf die Kante des Grabens zurückgeholt worden sei, sagt Frank Rahn. „Ein Hund ist nie so ausgehungert, um so vorzugehen“, mutmaßt er.

Sofort haben die Rahns den Rest der Schafe in den Stall geholt. Von diesen sind dann noch zwei Lämmer an den Halsverletzungen verendet. Trotz tierärztlicher Behandlung sind noch weitere Schafe stark gefährdet. Die Rahns haben auch mit den Wolfexperten in Eekholt Kontakt aufgenommen. Eine DNA-Probe ist von den verendeten Tieren entnommen worden. Mit einem Ergebnis ist allerdings erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen. Ohne diese Daten seien Rückschlüsse nicht möglich, sagen die Eeckholter Experten. Die Bisse könnten von einem Hund stammen, das Lamm auch von anderen Tieren nach tödlichen Hundebissen so grauenvoll zugerichtet worden sein. „Von Eekholt erhielten wir auch einen elektrisch betriebenen Herdenfangzaun, um einen Teil unserer Flächen damit abzusichern“, so Rahn.

Vorerst bleiben die Schafe jedoch auf Koppeln in Hofnähe. Diese Flächen sind eigentlich für die Mutterkuhhaltung der Rahns vorgesehen: „Unsere Limousin-Kühe weiden mit ihren Kälbern im Sommer draußen.“ Auch in diesem Zusammenhang ist das Ehepaar besorgt, ob nicht die neugeborenen Kälber ebenfalls Opfer von Attacken werden könnten. Selbst wenn man überall Herdenfangzäune aufstellen wollte, bleibe diese Sorge. „Mit zunehmender Vegetation wächst das Gras in die Flechtzäune und der Schock-Strom wirkt nicht mehr“, erklärt Rahn. Ganz verstört ist auch Tochter Nele (12). Die Schafe und Kälber sind ihr Ein und Alles, sie besucht sie gern in der Natur. Immer wieder fragt sie: „Kann mir auch so etwas passieren?“ 

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