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Schleswigs neuer Bürgermeister : Wahlsieger Christiansen läuft sich warm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswigs neuer Bürgermeister Arthur Christiansen tritt sein Amt erst in drei Monaten an – will sich bis dahin aber regelmäßig in der Stadt blicken lassen.

von
erstellt am 22.Okt.2013 | 07:45 Uhr

Schleswig | Gestern saß er wieder an seinem alten Arbeitsplatz in Handewitt, als wäre nichts geschehen. Arthur Christiansen, Schleswigs neuer Bürgermeister. Bis er Ende Januar 2014 sein Amt antritt, bleibt er Bürgermeister der 11.000-Einwohner-Gemeinde an der dänischen Grenze. Und er macht den Eindruck, als wolle er seine Arbeit dort auch in den nächsten drei Monaten mit voller Kraft anpacken. Am Sonntagabend, kurz nachdem feststand, dass sich der Kandidat von SPD, SSW und Grünen mit 61,4 Prozent der Wählerstimmen gegen seinen CDU-Mitbewerber Frank Neubauer durchgesetzt hatte, sagte er uns: „Sie können jederzeit vorbeikommen, ich bin da und meine Tür ist offen.“

Gestern am frühen Nachmittag machen wir die Probe. Hinein ins beschauliche Gebäude der Handewitter Gemeindeverwaltung, hoch in den ersten Stock – und schon grüßt der Bürgermeister mit einem kräftigen „Moin“ durch seine geöffnete Bürotür gleich gegenüber vom Treppenhaus. Immer ansprechbar für die Bürger und für die Mitarbeiter, das sei seine Philosophie, betont er. So sehr mittendrin im Geschehen ist der Schleswiger Bürgermeister im verwinkelten Rathaus in der Altstadt nicht. „Ich kenne das Büro von Thorsten Dahl noch gar nicht“, sagt Christiansen. Sein Handewitter Dienstzimmer ist eines der kleinsten im ganzen Haus. Kaum 20 Quadratmeter. „Mehr Platz brauche ich nicht.“ Computer, Telefon und zwei Arbeitsmappen auf dem Schreibtisch. In seinem Rücken eine Ablage mit jeweils einer Mappe zu jedem wichtigen Thema. „Die brauche ich, um gut vorbereitet in jede Ausschusssitzung zu gehen.“ Er möchte auf jede Detailfrage, die dort auftaucht, eine Antwort wissen. Ob ihm das auch im deutlich größeren Schleswig immer gelingen werde, das wisse er noch nicht, räumt er ein. Aber versuchen will er es.

Jedenfalls hat er auch schon die Terminpläne an seiner neuen Wirkungsstätte im Kopf. Am kommenden Wochenende empfängt das Kuratorium für Städtefreundschaft die Vertreter aus den Partnerstädten in Frankreich und England, Mantes-la-Jolie und Hillingdon. Sofern Noch-Bürgermeister Dahl nichts dagegen hat, wäre Arthur Christiansen gern dabei.

Die emotionale Schlussphase des Wahlkampfes hat er nach eigener Aussage abgehakt. „Dass Leute vor der Wahl überzeichnen, das ist normal“, findet er und zeigt sich überzeugt, mit allen Ratsfraktionen gut zusammenarbeiten zu können. Das sei schließlich in Handewitt auch gelungen – abgesehen von einer Minderheit, die ihm seinen Austritt aus der CDU verübelt habe. Betont gelassen reagiert Schleswigs künftiger Bürgermeister auch auf ein Flugblatt, das Unterstützer seines Gegenkandidaten Frank Neubauer wenige Tage vor der Wahl veröffentlicht hatten. Es enthielt neben zahlreichen inhaltlichen Argumenten auch einen Angriff auf Christiansens Privatleben. Mehrere Vertreter von SPD, SSW und Grünen hatten darauf sehr verärgert reagiert. Christiansen sagt: „Den Flyer habe ich gar nicht wahrgenommen.“ Verantwortlich für das Blatt, auf dem sich unter anderem alle drei Bürgermeister-Kandidaten, die im ersten Wahlgang ausgeschieden waren, für Neubauer aussprechen, zeichnete Perry Haardt, der Bruder des unabhängigen Kandidaten Ronny Haardt. Neubauer selbst distanzierte sich gestern behutsam. „Ich wusste, dass da noch etwas erscheinen sollte“, sagte er gegenüber den Schleswiger Nachrichten. „Aber ich wusste nichts über den Inhalt und nichts über den Zeitpunkt.“ Gestern war Neubauer damit beschäftigt, im ganzen Stadtgebiet seine Wahlplakate einzusammeln. Heute kehrt er zurück an seinen Arbeitsplatz bei der Polizei. Aus der Kommunalpolitik will er sich zurückziehen. Vorsitzender des CDU-Ortsverbands bleibt er noch bis zur Mitgliederversammlung Ende November. Danach möchte er einzig sein Mandat im Aufsichtsrat der Stadtwerke behalten.

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