Langsee : Wachwechsel auf dem Übungsplatz

Pause von der Gefechtsausbildung: Soldaten auf dem Standortübungsplatz Langsee.
Pause von der Gefechtsausbildung: Soldaten auf dem Standortübungsplatz Langsee.

Das Jageler Luftwaffengeschwader übernimmt das Bundeswehr-Gelände am Langsee und die Schießanlage Klensby.

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18. März 2014, 17:12 Uhr

Das malerische Gelände am Kleinen Langsee weckt Begehrlichkeiten. Die angrenzenden Gemeinden Idstedt, Neuberend und Nübel haben ein Auge auf die 340 Hektar Wald und Wiesen geworfen, die seit vielen Jahrzehnten den Bundeswehrsoldaten für ihre Übungen vorbehalten sind. Vor dem Hintergrund des Truppenabbaus könnte das Areal prima als Naherholungsgebiet genutzt werden.

Doch solchen Überlegungen hat die Bundeswehr eine Abfuhr erteilt. „Der Standortübungsplatz Langsee wird ebenso weiter betrieben wie die Schießanlage Klensby“, stellte Oberst Holger Schröder gestern in der Kropper Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne klar. Dort übergab der Standortälteste aus Flensburg/Glücksburg das Kommando über die besagten Liegenschaften an den Standortältesten in Kropp/Jagel. Hintergrund: Im Zuge der Bundeswehrreform werden die Standortbereiche im nördlichen Schleswig-Holstein neu sortiert.

„Wir haben jetzt die Möglichkeit, zum Beispiel Biwaks am Langsee durchzuführen“, freute sich Oberstleutnant Josef Ehrenreich, stellvertretender Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“. Allerdings hätten wie bisher auch andere Truppenteile die Möglichkeit, den Übungsplatz zu buchen. So werde das Gelände zum Beispiel gerne von der Flugabwehr-Raketengruppe und den Pipeline-Pionieren aus Husum genutzt, die am Langsee hervorragende Trainingsbedingungen vorfänden, wie der jetzt für die Organisation zuständige Oberstabsfeldwebel Peter Schulz erklärte. Der Übungsplatz sei allerdings erst vor zwei Wochen freigegeben worden, nachdem er wegen der Orkanschäden seit vergangenem Herbst gesperrt war.

Weniger „Fremdbetrieb“ soll künftig auf der Schießanlage Klensby herrschen. „Damit wollen wir die Lärmbelastung auf ein erträgliches Maß reduzieren“, sagte Ehrenreich. Im benachbarten Schaalby fühlen sich Anwohner von der Knallerei der Soldaten massiv gestört (wir berichteten) – auch weil die Anlage bisher von den verschiedensten Verbänden in Anspruch genommen wurde. Klensby gehört zu den wenigen Schießbahnen, in denen auf quer laufende Ziele geschossen werden kann.

Zwar werde die Anlage nun vorrangig von seinen Männern und Frauen genutzt, sagte Ehrenreich. Allerdings müsse auch das Geschwader das neue Schieß- und Ausbildungskonzept der Bundeswehr umsetzen. Dieses sieht vor, dass jeder Soldat auf der Schießbahn künftig vier Mal so viele Patronen abfeuern muss wie bisher. Damit soll gewährleistet werden, dass die Soldaten besser auf Auslandseinsätze vorbereitet werden. Unterm Strich, so Ehrenreich, werde die Lärmbelastung für die Anwohner wohl gleich bleiben. Der Oberstleutnant versprach aber, so viel Rücksicht wie möglich auf die Zivilbevölkerung zu nehmen: „Wir werden künftig von 12 bis 13 Uhr eine verbindliche Mittagspause einführen.“

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