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Schleswig : Vorzeitige Bescherung bei der Tafel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Kunden freuen sich wieder über Geschenk-Spenden für ihre Kinder.

Ein Raum voller Geschenke, aufeinander gestapelt und in buntes Weihnachtspapier gewickelt. Was sich anhört wie ein wunderschöner Kindertraum, ist eigentlich ein Trauerspiel. Ein Beleg dafür, dass viele Eltern in Schleswig und Umgebung nicht wissen, wie sie Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder kaufen sollen. „Es gibt immer mehr bedürftige Menschen“, sagt Tafelleiterin Cathérine Matzen, die gemeinsam mit vielen Helferinnen und Helfern dafür gesorgt hat, dass die Tische in der Einrichtung in der Moltkestraße mit Weihnachtsgeschenken prall gefüllt sind. Sie alle sind mit Alters- und Geschlechtsangaben versehen, damit auch jeder das Passende für seine Kinder finden kann: „Sogar für Babys haben wir ein paar Päckchen bekommen“, erzählt sie.

Seit zehn Jahren ruft die Schleswiger Tafel schon zu dieser Initiative auf und bittet Mitbürger, Weihnachtspäckchen für Kinder zu schnüren: „Die Schleswiger sind sehr spendabel“, freut sich Matzen, „wir haben wieder unglaublich viele Geschenke bekommen. Aber die werden wir auch brauchen, schließlich soll jedes Kind ein schönes Weihnachtsgeschenk bekommen.“ Die Zahl der bedürftigen Menschen steige kontinuierlich an – und damit natürlich auch die Zahl der betroffenen Kinder. Umso erfreulicher, dass sich auch die Kinder der Grundschule Treia und der Kita Jübek an der Aktion beteiligt und fleißig Päckchen gepackt haben. Auch Karen Bremer hat in ihrem Bistro „Marvil“ wieder gesammelt. Was dort vor vier Jahren entstand, ist inzwischen zu einem Selbstläufer geworden: „Schon im Herbst bin ich gefragt worden, ab wann ich wieder Weihnachtspakete annehme“, erzählt sie. „Eine Dame hat mir eine ganze Tüte voller selbstgestrickter, kuscheliger Kindersocken gebracht“, berichtet sie gerührt.

Die über 30 Paare liegen jetzt auf der Fensterbank neben vielen Büchern und Spielen. Zu den Päckchen kommen noch einige Spielsachen, die schon im Laufe des Jahres gespendet worden sind. Bald werden Roller, Kinderfahrrad und Ähnliches viele Kinder glücklich machen.

Natürlich kommen auch immer mehr Flüchtlinge zur Tafel. Das macht die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer nicht einfacher, denn die Verständigung ist auch hier ein Problem. „Wir reden mit Händen und Füßen“, sagt Irmi Dudler. Aber die Damen, die die Geschenke verteilen, wissen sich zu helfen. Am Ende wird niemand ohne ein Weihnachtsgeschenk für seine Kinder nach Hause gehen. Die restlichen Geschenke werden heute in der Ausgabestelle in der Bugenhagenstelle verteilt.

Derweil freut sich die Tafel selbst auch über ein tolle Weihnachtsgeschenk. Der Taarstedter Bauunternehmer Bernd Oldsen hat einen Spendenscheck in Höhe von 700 Euro vorbeigebracht. Geld, das er aus dem Verkauf von Weihnachtsbäumen am ersten Adventswochenende eingenommen und nun, wie bereits in den vergangenen acht Jahren, für den guten Zweck spendet. Damit aber nicht genug: Alle Bäume, die keinen Abnehmer gefunden haben, spendete er ebenfalls der Tafel – was deren Kunden wiederum sehr gefreut hat.



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