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Zoff beim TSV Schleswig : Vorstand tritt geschlossen zurück

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Zusammenarbeit zwischen der hauptamtlichen sportlichen Leiterin Carola Harder und dem ehrenamtlichen Vorstand scheint nicht mehr möglich. Morgen entscheiden die Mitglieder auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, wie es weitergeht.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 17:00 Uhr

In wenigen Tagen, am 8. Februar, wird der TSV Schleswig 150 Jahre alt. Aber zum Feiern ist in Schleswigs größtem Sportverein derzeit niemandem zumute. In der Führungsetage ist ein Konflikt eskaliert, der schon seit Jahren schwelte. Eine Zusammenarbeit zwischen dem ehrenamtlichen Vorstand und der hauptamtlichen Sportlichen Leiterin Carola Harder ist offenbar nicht mehr möglich. Die Vorstandsmitglieder haben geschlossen ihren Rücktritt erklärt. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am morgigen Mittwoch soll eine neue Vereinsführung gewählt werden. Der bisherige Vorsitzende Aksel Busse schließt aus, dass er sich erneut zur Wahl stellt – egal, wie die Mitgliederversammlung verläuft, betont aber auch: „Persönlich habe ich mir nichts vorzuwerfen.“

Carola Harder hatte ihre Arbeitsstelle beim TSV schon vor Monaten gekündigt – mit Wirkung zum August dieses Jahres. Bisher betreut sie nicht nur die Übungsleiter der verschiedenen Vereinssparten, sondern gibt auch selbst eine Reihe von Kursen – von der Rückengymnasistik bis zur Step-Aerobic. Insbesondere zahlreiche Mitglieder der Seniorensport-Gruppen, die bei ihr trainierten, waren erschüttert von ihrem bevorstehenden Abschied. Eine Gruppe rund um den pensionierten Lornsenschul-Lehrer Momme Nissen sammelte daraufhin unter den Vereinsmitgliedern 150 Unterschriften, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung anzuberaumen. Ihr Ziel: den Vorstand auswechseln, um damit Carola Harder zum Weitermachen zu bewegen. Nissen selbst wird sich für das Amt des Vorsitzenden zur Wahl stellen. Auch für die weiteren Vorstandsposten gibt es bereits Interessenten.

Carola Harder selbst möchte sich zu den Vorgängen nicht äußern – offenbar auch aus arbeitsrechtlichen Gründen. Auch dazu, worum es in dem Streit überhaupt geht, machen beide Seiten keine öffentlichen Äußerungen. Die Rede ist von „Meinungsverschiedenheiten auf fachlicher und persönlicher Ebene“. Was genau die Ursache für den Streit sei, wisse er selbst nicht, sagt der Noch-Vorsitzende Aksel Busse. Er kenne keinen offiziellen Grund für Harders Kündigung und hätte auch keine Probleme gehabt, weiter mit ihr zusammenzuarbeiten. Vor drei Jahren hatte sie ihren Abschied schon einmal angekündigt; damals hatten sie und der Vorstand sich wieder zusammengerauft. Das scheint inzwischen aber nicht mehr möglich zu ein.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Vorstand und seinen Gegnern haben sich unterdessen auch auf andere Themen ausgedehnt. Momme Nissen bedauert es zum Beispiel, dass bisher kaum Vorbereitungen getroffen wurden, um das bevorstehende Vereinsjubiläum zu feiern. Das möchte er nachholen, sobald er im Amt ist. Erst einmal braucht er dazu aber eine Mehrheit unter den Mitgliedern.

> Die außerordentliche Mitgliederversammlung des TSV Schleswig beginnt am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr in der Aula der Landwirtschaftskammer in der Bellmannstraße 26.

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