Kreisjägerschaft Schleswig : Vorsitz bleibt in bewährten Händen

Der Vorsitzende Claus-Henning Jensen (v.l.) mit den Geehrten Lothar Reindel (Schriftführer) sowie Hermann Tams. Rechts der neu gewählte stellvertretende Vorsitzende Ralf Sierck.
Der Vorsitzende Claus-Henning Jensen (v.l.) mit den Geehrten Lothar Reindel (Schriftführer) sowie Hermann Tams. Rechts der neu gewählte stellvertretende Vorsitzende Ralf Sierck.

Die Mitglieder der Kreisjägerschaft Schleswig bestätigen Claus-Henning Jensen für weitere vier Jahre an der Spitze.

shz.de von
22. Mai 2015, 12:29 Uhr

Der Vorstand der Kreisjägerschaft Schleswig will sich eigentlich verjüngen. Da überraschte es einige der 100 Anwesenden des Kreisjägertages im Hotel Ruhekrug, als Vorsitzender Claus-Henning Jensen (69) nach bereits 23-jähriger Amtszeit verkündete: „Ich kandidiere nochmal für vier Jahre.“ Peter Freiburg, eines der 939 Mitglieder der Kreisjägerschaft, kommentierte diese Entscheidung so: „Ich bin von der Kandidatur etwas verwundert.“ Die Wiederwahl erfolgte mit sechs Gegenstimmen.

Verjüngt wurde der Vorstand dann aber doch, als Jensens Stellvertreter Gerhard Rossen (71) nach 18 Jahren in diesem Amt durch den 47-jährigen Ralf Sierck abgelöst wurde. Schriftführer Lothar Reindel wurde wiedergewählt, ein neuer Schatzmeister wurde nach dem Rückzug von Gunnar Dogs dagegen nicht gefunden.

Ein heißes Thema war der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der angebliche Verstöße gegen das Jagdgesetz im Kreisgebiet kritisiert habe. „Der Bund hat uns nachspioniert, das ist unanständig“, sagte Jensen. Schwarze Schafe gebe es überall und unter viel Zustimmung forderte er von Nils Sönnichsen, Mitglied im Kreisvorstand des BUND, er solle „in seinem Bereich bleiben und wir in unserem“.

Weiterer Diskussionspunkt war die im vergangenen Jahr eingeführte Jagdzeitverordnung, über die Andreas Schober, Jurist und Geschäftsführer vom Landesjagdverband, referierte. 13 Klagen lägen gegen die Verordnung vor, weil die Jagdzeit insgesamt verkürzt wurde. „Das Jagdausübungsrecht ist ein eigentumsähnliches Recht. Die Einschränkung von Jagdzeiten beschneidet Eigentumsrechte“, erklärte er. Dies sei von mehreren Gerichten bestätigt worden. Das Argument der Regierung, die Jagd störe die Wildtiere, ließ er nicht gelten und betonte: „Die Beweislast, dass die Jagd eingeschränkt werden muss, liegt bei der Politik.“

In aller Munde war die Rückkehr des Wolfes. Claus-Henning Jensen sagte: „Es gibt 17 nachgewiesene Wölfe in Schleswig-Holstein. Ich frage mich, wo die alle herkommen.“ Der Wolf habe hier keinen Lebensraum, meinte er. Weitere Zahlen lieferte Kreisjägermeister Hans-Wilhelm Schlüter: Die Rotwildbestände stiegen weiter, das Damwild verteile sich wegen des gestiegenen Jagddrucks der letzten Jahre in die Breite. Schalenwild wie Rehe wolle man intensiv bejagen, „da sind wir Verkehrsteilnehmern und Waldbesitzern gegenüber in der Pflicht“. Letztes Jahr wurden knapp 3000 Tiere geschossen – 200 mehr als 2013. Auch Marderhunde müssten stärker bekämpft werden. Wegen der Hasenpest habe man dagegen vielerorts auf Treibjagden verzichtet.

Zuletzt verkündete Claus-Henning Jensen die Abschaffung der niedrigeren Mitgliedsbeiträge für Senioren. Zudem gab es drei Ehrungen: Die silberne Ehrennadel erhielt Schriftführer Lother Reindel, der seit über 30 Jahren im Amt ist. Jeweils eine bronzene Ehrennadel bekamen Hermann Tams für sein Engagement im Schießwesen sowie Heinz Georg Schmädecker, der seit mehr als 35 Jahren Begrünungsobmann ist.

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