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Schleswiger Nachrichten

18. Dezember 2017 | 12:02 Uhr

Geest : Vor 250 Jahren kamen die Kolonisten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Im Gedenken an die Erstsiedlerfamilien von Westscheide wurde ein Stein mit einer Infotafel enthüllt. Kinder setzten 20 Heidepflanzen.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 16:21 Uhr

Hunderte Familien aus dem badischen Kraichgau waren vor 250 Jahren in das fremde Land Dänemark in eine ungewisse und entbehrungsreiche Zukunft aufgebrochen. Der König hatte sie mit nicht gehaltenen Versprechungen angeworben, um die damals leere Geest zu besiedeln und zu kultivieren. 28 von ihnen wurden nach einer Wartezeit in Angelns Dörfern in Westscheide angesiedelt, wo die Bauern der Ortschaften Klappholz und Havetoft ihre Moor- und Heideflächen hatten. Willkommen waren die Fremden zunächst nicht. Einige Familien, die nach einem Jahr immer noch nicht mehr als eine Erdhütte hatten, folgten daraufhin dem Ruf der russischen Zarin an die südliche Wolga.

Noch heute sind 20 Stellen vorhanden, an denen sich die Siedler niederließen. Für sie wurde nun ein Gedenkstein enthüllt, der mit einer Infotafel und einer eisernen Stele in Form eines gebückten Landarbeiters aufgewertet ist. Der Chronist Frenz Wieken hatte Einwohner und andere interessierte Besucher an die Kreuzung bei der Tischlerei Albrecht zur Enthüllung eingeladen. Für jede namentlich genannte Erstsiedlerfamilie setzten Anna-Benita Brodersen und Laura Schröder Heidepflanzen vor den Erinnerungsstein. Nach einer Kaffeetafel im „Bürgerhaus“ hielt Wieken einen Vortrag und bedankte sich bei allen Spendern, die diese Aktion möglich gemacht hatten, besonders bei der Kulturstiftung des Kreises. Amtsvorsteher Edgar Petersen ging auf die Siedler ein, deren Hoffnungen in der ersten Generation enttäuscht wurden.

Die Bürgermeisterin von Klappholz, Dörte Albrecht, verwies auf das Wappen ihrer Gemeinde, das ein Kolonistenhaus zeigt, sowie auf die Bank – von ihrer benachbarten Tischlerei gestiftet. Havetofts Bürgermeister Peter-Hermann Petersen überreichte dem Arbeitskreis „Plaggenhacke“ ein Geldgeschenk. Anschließend zeichnete er in Einzelschicksalen das schwere Los der ersten Kolonisten nach. Außerdem verteilte er Begleitmaterial zu einer Wanderausstellung über „Heide- und Moorkolonisation im Herzogtum Schleswig“, die noch in diesem Jahr auch in der Amtsverwaltung Böklund zu sehen sein wird.

Ehrenbürgermeister Hans-Heinrich Plath betonte abschließend, dass dank seiner akribischen und aufwändigen Chronikarbeit gehe der Name des Havetofters Frenz Wieken positiv in die Dorfgeschichte von Klappholz ein.

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