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Schleswiger Nachrichten

19. November 2017 | 09:57 Uhr

Havetoft : Von Wegen – die Band vom Hundeplatz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Von Wegen – das ist der Name einer Band, die sich auf ungewöhnliche Art formierte. Walter Skau und Angelika Roos fanden ihre Mitstreiter auf dem Hundeplatz von Havetoft. Gemeinsam singen sie deutsche Rock-Pop-Eigenkompositionen.

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 07:45 Uhr

„Die Wurzeln unserer Band liegen in Angelikas Wohnstube.“ Walter Skau erinnert sich gern an die ersten Takte. „Nach den ersten Versuchen wussten wir schnell, dass wir gemeinsam Musik machen wollten.“ Das war Anfang 2012. Und unmittelbar nach dieser Erkenntnis begann schon die Suche nach passenden Mitgliedern ihrer Band „von Wegen“. Erstaunlicherweise ließen sich diese recht schnell finden. Noch erstaunlicher ist, dass sich ausgerechnet ein Hundeplatz in Havetoft als Schmelztiegel musikalischer Kontakte herauskristallisierte.

Schon als Student trat Walter Skau an den Wochenenden mit einer Coverband auf, um sich etwas dazuzuverdienen. Nebenbei komponierte er eigene Lieder und Texte. Aber anstatt sie auch zu singen, heftete er den beachtlichen Fundus ab: „Ich traue meiner eigenen Stimme nicht, bin nur ein Mitsänger.“ So landeten die Songs, regelrecht verschüttet, in einem Ordner mit der Aufschrift: Unerhört. Das sollte sich ändern.

Mit Angelika Roos bestand der Kern der Band zunächst aus einer Keyboarderin und einem Bassisten, oberste Priorität nun: eine Sängerin. Walter Skau hörte sich um und fragte nach, auch auf dem Hundeplatz, wo er Uschi Greve ansprach: „Ich hatte gerade das Singen im Chor aufgegeben und wollte eigentlich gar nicht mehr singen. Dann kam Walter.“ Sie hat ihre Entscheidung noch einmal überdacht, und so kam es, dass es auch ihre Stimme ist, die Walter Skaus Song Leben einhaucht, aus Texten erlebbare Geschichten entstehen lässt.

Da sich der Hundeplatz schon als Schmelztiegel musikalischer Kontakte bewährt hatte, ging Walter Skau auch bei der Akquise eines Schlagzeugers diesen Weg. Mit Joshua Clausen, der dort mit Hündin Lotta fleißig übte, fand er zwar keinen Schlagzeuger, aber einen E-Gitarristen. Der Youngster der Band hatte mit seinem Arbeitskollegen den letzten nötigen Trumpf im Ärmel - Christoph Bilinski, den gesuchten Schlagzeuger: „Ich hatte 25 Jahre keinen Bezug mehr zum Spielen gehabt“, erzählt er. „Dann war ich zu einer Probe und habe gleich wieder Blut geleckt.“ Er ist dabei geblieben.

Schon bei ihrem ersten Treffen ging es los: „Es war so nett! Wir haben uns einen Song angehört und gleich mitgemacht“, erinnert sich Uschi Greve. Die eigenwilligen Kompositionen, eingängige Rock-Pop-Arrangement, entstehen im stillen Kämmerlein: „Manchmal schreibe ich einen Song in zwei Stunden – manchmal dauert es zwei Wochen.“ Den Feinschliff bekommen sie dann im Probenraum: „Dort wird zum Beispiel die Tonlage auf Uschis Stimme angepasst“, erklärt Skau.

Die Texte selbst sind so vielseitig, wie die Mitglieder der Band. Sie erzählen kleine Geschichten von Liebe und Leid, von Glück und Unglück, eben von den Widersprüchen des täglichen Lebens – immer jedoch ein bisschen anders und oft mit einem Augenzwinkern. Gerne transportiert der Texter die Realität ins Absurde, wenn er zum Beispiel den Gesundheitswahn auf die Schüppe nimmt und reimt: „Ich bin gesund! An mir ist nichts mehr dran, was krank werden kann.“ Die leichte, satirische Art, mit der auch anspruchsvolle Themen angepackt werden, macht einfach Spaß.

Neben Text und Musik trägt dazu auch die Sängerin bei, die nicht nur singt, sondern das Publikum durch Mimik und schauspielerisches Talent mitnimmt. So vermittelt sie gezuckerte Wahrheiten: „Wir möchten dem Publikum von Wegen erzählen, die wir schon gegangen sind und noch gehen werden“, beschreibt Uschi Greve. „Erzähl uns von Wegen, die uns beleben“ ist deshalb nicht nur die Zeile eines Reggae-Songs, sondern auch der Name der Band – „von Wegen“.


 

> Die Band sucht noch Saxophon oder Klarinette. Wer mag, kann sich gerne bei mir melden: greve-havetoft@t-online.de.“ Das nächste Konzert finde am 12. April 2014 um 20.30 Uhr auf der Kulturbühne „Alte Post“ in Schleswig statt. Abendkasse 12 Euro.

 

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