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Saisonende beim Aero Club Kropp : Von Schäfchenwolke zu Schäfchenwolke

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Grenzenlose Freiheit unter den Wolken: Bei guter Thermik schweben die Segelflieger in 300 Metern Höhe durch die Lüfte

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2014 | 21:00 Uhr

Reinhard Mey hat es gesungen: „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ Den bekannten Schlager haben sich viele Luftsportvereine zum Motto gemacht – so auch der Aero-Club Kropp, auch wenn die Freiheit unter den Wolken ebenfalls ziemlich grenzenlos sein kann. Das gilt allerdings nicht mehr allzu lange. Die Saison der Segelflieger steht kurz vor dem Ende. Im Oktober wird es schwieriger mit der Thermik, der aufsteigenden warmen Luft, von der der Segelflug lebt.

Von den insgesamt 150 Vereinsmitgliedern gehören derzeit 40 der erfolgreichen Segelflugsparte an; 1994 konnten die Flieger erstmalig die Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug gewinnen. „Unter den 40 Aktiven sind zehn Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, darunter sogar ein Mädchen,“ erzählt Uwe Nobis, der wie alle ehrenamtlich auf dem Flugplatz arbeitet Er hat gerade Dienst im Tower auf dem Flugplatzgelände sieben Kilometer vom Militärflugplatz Jagel entfernt, und gibt dem 18-jährigen Leo Köpke in seiner „Schleicher K 8“, einer Schulmaschine, die Starterlaubnis.

Nobis ist Flugreferent und -lehrer. Trainiert wird immer sonnabends und sonntags. Die Jugendlichen – der jüngste Teilnehmer ist der vierzehnjährige David Steffen – müssen zunächst ihr Sprechfunkzeugnis und den Theorieschein erwerben. Der nächste Schritt ist der Alleinflug oder auch Freiflug genannt, der ohne Segelfluglehrer stattfindet. Bis ein Flugschüler alleine fliegen darf, brauche es zirka 20 Flugstunden in Begleitung. Zur Grundausbildung gehören Starts und Landung en sowie Kurven- und Thermikflüge. In einer Höhe von mindestens 300 Metern wird der Flieger vom ziehenden Motorflieger oder einer sogenannten Winde ausgeklinkt. Dabei wird der Segelflieger über drei Achsen gesteuert: eine Hoch-, eine Längs- und eine Querachse. Zudem ist das Fluggerät mit Seiten-, Höhen- und Querrudern ausgestattet. Beim Landeanflug klappt der Pilot die beiden Störklappen, die sich rechts und links auf dem Flügel befinden, aus, damit das Segelflugzeug an Höhe verliert.

„Ist der Teilnehmer mit seinem dritten Alleinflug gelandet, bekommt er einen Blumenstrauß mit Brennnesseln und Disteln überreicht. Dann wird er auf die Nase des Segelflugzeugs gelegt und bekommt von allen Anwesenden drei Klapse auf den Hintern,“ erläutert Nobis die Rituale.

Besonders ehrgeizige Jugendliche melden sich über das Training hinaus im Segelfluglager an, das jedes Jahr in den Sommerferien in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. Dort lernen sie neben dem Fliegen auch Gemeinschaftssinn kennen. „Denn Segelfliegen ist ein Mannschaftssport,“ sagt Rolf Willumat, der seit Anfang der 50er Jahre fliegt und Landesausbildungsleiter ist. Ein Team bestehe mindestens aus sieben Teilnehmern.

In den kommenden Herbst- und Wintermonaten müssen die Segelflieger aber am Boden bleiben und auf den Start der neuen Saison im Frühjahr warten. Aber auch im Winter wird gearbeitet. „Dann ist Polieren, Warten und Ausbessern in der Gemeinschaft angesagt,“ sagt der 16-jährige Thorge Spehr.

 

>Weitere Informationen über den AeroClub Kropp gibt es unter www.Aeroclubkropp.de oder unter Tel. 0 46 24/ 456. In der Regel ist der Flugplatz ganzjährig geöffnet. Nur für das Segelfliegen, das meist von April bis Oktober stattfindet, ist die Thermik wichtig.








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