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Jung-Surfer Henri Kolberg : Von der Schlei nach Hawaii

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Henri Kolberg (14) aus Schuby will Profi im Windsurfen werden – und trainiert dafür ein halbes Jahr vor Hawaii.

Blonder Wuschelkopf, blauäugig und braungebrannt – optisch bringt Henri Kolberg (14) schon einmal alles mit, was das Image seines Traumjobs ausmacht. Aber viel wichtiger: Er hat auch das Talent, es seinen Vorbildern gleichzutun und Profi-Surfer zu werden. Bei Jugend-Weltmeisterschaften im „Wave“-Windsurfen in Deutschland und Dänemark zeigte er bereits, was er kann. Nun darf er ein halbes Jahr privat bei Jeffrey Henderson, einem namhaften Sportausstatter, auf Hawaii wohnen. Direkt an einem Surfstrand gelegen, wird er dort die besten Voraussetzungen haben, seinen „Wellenritt“ zu optimieren.

Seit seinem fünften Lebensjahr steht der Schubyer auf dem Brett. Aber nicht das Surfen, sondern das Segeln weckt zunächst seine Leidenschaft. Der Gymnasiast heimst als Mitglied des Deutschen Jugendkaders von Schleswig-Holstein wichtige Siege ein. Dort gehört er zu den besten Jugendlichen und reist mit seiner Optimisten-Jolle, ein Segelboot für Jugendliche bis 15 Jahre, durch ganz Europa, bis er sich vor seinem letzten Wettkampf im Sommer 2014 für das Surfen auf der „Welle“ entscheidet. „Segeln ist ihm zu statisch“, ist sich seine Mutter Britta Kolberg sicher. Dem Element Wasser bleibt Henri aber treu: „Ich liebe es, auf dem Wasser zu sein. Ich fühl’ mich frei und kann fast alles um mich herum vergessen!“

Ließ sich der 14-Jährige früher Techniken und Tricks für das Surfen noch von seinem Vater zeigen, inspirieren ihn heute Videos von Profis aus dem Internet und andere Surfer, mit denen er nach Dänemark an die raue Nordsee fährt . Von ihnen lernt er Sprünge wie den „Frontloop“ oder „Backloop“ ohne dabei ins Wasser zu fallen. Als mit Abstand Jüngster fährt er gemeinsam mit den anderen immer dem Wind nach. Erst ab Windstärke 5 lohnt es sich, aufs Wasser zu gehen. „Ich brauche ja die Wellen“, erklärt Henri.

Der Jugendliche hat sich ein Netzwerk aufgebaut, um im Surfsport voran zu kommen und trotz seines jungen Alters mobil sein zu können. So kann er nicht nur auf der kleinen Breite von der Schlei üben, sondern auch beispielsweise bis nach Klitmöller in Dänemark fahren. „Mein absolutes Vorbild ist Philip Köster, der Weltmeister im Windsurfen“ sagt der Schubyer begeistert.

Mit dem Verkauf von „Schäkeln“ – das sind Befestigungsschlaufen für Segel –, die er mühevoll selbst hergestellt hat, finanziert Henri sich und seine Ausrüstung fast alleine. Weil das auf Dauer aber nicht ausreicht, hat er fortlaufend Firmen und Sportzeitschriften angeschrieben mit der Bitte um Unterstützung. Mit Erfolg: Er hat schon fünf Sponsoren.

Auch die Familie wird eingespannt. „Gemeinsam mit allen Familienmitgliedern werden eben mal durchs ganze Haus fast 30 Meter lange Gummibänder zu einem stabilen Seil geflochten, weil Henri eine Idee hat“ erzählt seine Mutter. Mit dem Seil lässt er sich im Winter durch den ganzen Garten ziehen, um Sprünge zu testen auf selbstgebauten Rampen aus Brettern und Paletten. „Mit dem Bollerwagen sammeln wir die letzten Schneereste dafür ein“, fügt sein Vater Markus Kolberg lachend hinzu.

Überhaupt unterstützt die Segler-Familie Henri so gut es geht. Schweren Herzens lassen sie ihn daher nun in der Weihnachtszeit für ein halbes Jahr in die Ferne ziehen. Schließlich hat Henri sich um alles selbst gekümmert, den Kontakt selbst hergestellt. Auch seine Schulleitung steht dem Vorhaben nicht im Wege. Nur die letzten Formalitäten rund um das Visum müssen noch geklärt werden, bevor es für Henri nach Hawaii geht.

 

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