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Polizeibeirat : Von Cybermobbing bis zu Alkohol-Exzessen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Polizisten stehen Politikern im Rathaus Frage und Antwort. Beirat tagte zum ersten Mal seit fünf Jahren.

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 12:00 Uhr

„Da bin ich – glaube ich – zu Recht stolz auf meine Dienststelle“, sagte der Leiter der Schleswiger Polizei, Marco Jäger, mit Blick auf die Aufklärungsquote der örtlichen Kriminalfälle. Diese ist mit 58,6 Prozent in Schleswig knapp zehn Prozent höher als im Landesdurchschnitt. Der Kreis Schleswig-Flensburg gelte weiterhin als einer der sichersten Kreise in Schleswig-Holstein, berichtete Jäger dem Polizeibeirat.

Dieser war jetzt, fünf Jahre nach dem letzten Treffen, erstmals wieder zusammengekommen. Entsprechend groß war der Redebedarf. Interessiert hinterfragten die Beiratsmitglieder (Vertreter der Parteien) die Statistiken und Berichte der Polizeibeamten und diskutierten anschließend angeregt. Zum Beispiel interessierte sich Harry Heide (SSW) dafür, ob die Polizei an bestimmten Orten häufiger zu tun hätte – etwa am ZOB. Rolf Bumann, Leiter des Polizeireviers Schleswig, hatte mit dieser Frage schon gerechnet und sich bei den Kollegen erkundigt. Aber niemandem sei ein solcher Brennpunkt aufgefallen. Am ZOB habe es in diesem Jahr nur eine Körperverletzung gegeben, trotzdem seien die Streifen dazu angehalten, dort regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. freitag- und sonnabendnachts habe die Polizei vermehrt nahe dem „Ela Ela“ zu tun. Bumann: „Da wird gebechert, die Türsteher befördern Störenfriede nach draußen, dann sind wir zuständig.“

Johannes Thaysen (Grüne) erkundigte sich, ob die Königswiesen und der Kolonnenweg weiterhin als Drogenumschlagplatz bekannt seien. Laut Bumann habe sich die Situation dort beruhigt, er vermutet jedoch, dass sich das während der Fußball-WM beim Public-Viewing wieder ändern könnte. Zur Zeit, so stellte Marco Jäger aber klar, sei dies kein Brennpunkt aus Sicht der Schleswiger Polizei.

Ein Arbeitsbereich der hingegen an Bedeutung gewinnt, ist die Cyberkriminalität. Sie sei in der Polizei-Kriminalstatistik aber noch nicht erfasst, erklärte Jäger, da häufig die Tatorte nicht zu erfassen seien. Zukünftig solle aber eine gesonderte Statistik für mehr Transparenz auf diesem Gebiet sorgen. Auch beim Cybermobbing, der Belästigung über das Internet, werde nachgearbeitet. „Das ist ein Thema, das wir gerade angefangen haben zu bearbeiten. Da sind wir der Technik zwar zehn Jahre hinterher, aber dem stellen wir uns, besonders in der Prävention“, so Jäger.

Auf den Vorschlag von Arne Olaf Jöhnk (FWS) hin, von Seiten der Polizeidienststelle auch einen Facebook-Account zu pflegen, gab Jäger an, dass er und seine Kollegen bereits in dem sozialen Netzwerk aktiv seien: „Wir gucken uns durchaus an, was auf Facebook läuft.“ Interessierte Mitbürger aktiv auf diesem Wege über die Arbeit der Polizei zu informieren, war scheinbar bislang noch kein Thema bei der Schleswiger Polizei.

Nachdem alle Fragen der Beiratsmitglieder geklärt waren, brannte Rolf Bumann noch ein weiteres Thema auf den Nägeln. Ihm war es wichtig, den Politikern deutlich zu machen, dass die steigende Anzahl an Großveranstaltungen – besonders auf der Freiheit – für die Polizei zur Belastung würde. „Viele Menschen auf einem Haufen, die Alkohol trinken – da kommt es durchaus auch zu Exzessen, die wir unterbinden müssen. Und das bindet Personal.“

Zukünftig wird sich der Polizeibeirat, auf den Vorschlag von Holger Ley (CDU) hin, wieder öfter treffen – alle zwei Jahre.

 

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