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Schleswig : Vom Stadtwerke-Gewinn bleibt kaum etwas übrig

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Von drei Millionen Euro Überschuss der Stadtwerke erhält die Stadt Schleswig nur 200.000. Das Hallenbad und der Stadthafen häufen Verluste an.

Die goldenen Zeiten, in denen sich die Stadtkämmerer in ganz Deutschland jährlich über millionenschwere Überweisungen ihrer prosperierenden Stadtwerke freuen konnten, sind vielerorts vorbei. Die Schleswiger Stadtwerke indes machen noch immer kräftige Gewinne. Einen Überschuss von 3,06 Millionen Euro weist der Jahresabschluss für 2013 aus, den der Aufsichtsratsvorsitzende Sönke Büschenfeld an diesem Montag in der Ratsversammlung bekanntgab. „Die wirtschaftliche Situation ist zufriedenstellend“, befand der SPD-Ratsherr. Der Gewinn liegt im unteren Durchschnitt der vergangenen Jahre. 2012 waren es noch 4,4 Millionen Euro.

Vom Millionenüberschuss von 2013 landet allerdings nur ein kleiner Bruchteil im Stadtsäckel: 200 000 Euro. So hat es die Ratsversammlung jetzt abgesegnet. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren, als Stadtkämmerer Helmut Stoltenberg jeweils immerhin 600 000 Euro auf der Haben-Seite verbuchen konnte. Eine Million Euro gehen allein dadurch verloren, dass die Stadtwerke die Verluste des Hallenbades ausgleichen müssen. Mit weiteren rund 650 000 Euro schlagen die Verluste des Stadthafens zu Buche. Für diesen auf den ersten Blick florierenden Betrieb fielen wegen der Investitionen der vergangenen Jahre derzeit hohe Abschreibungen an, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs. Er weist aber zugleich darauf hin, dass die Besucherzahlen im Hafen kontinuierlich steigen. „Ich gehe davon aus, dass wir die Verluste des Stadthafens in den nächsten Jahren minimieren können.“

Eine noch größere Herausforderung stellt das Hallenbad dar. Die aufwendige Sanierung, die bis zum Herbst des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll, wird voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro kosten. Für diese Investition – und für den geplanten Bau eines Glasfasernetzes (wir berichteten) – legen die Stadtwerke knapp 500 000 Euro aus den Gewinnen des vergangenen Jahres zurück. Weitere 670 000 Euro fließen in die allgemeinen Rücklagen des kommunalen Unternehmens. So bleiben unterm Strich nur noch 200 000 Euro für die Stadt. Immerhin zahlen die Stadtwerke außerdem 1,2 Millionen Euro Konzessionsabgabe für Gas- und Stromleitungen an die Stadt.

Dass das Versorgungsunternehmen weiterhin stabile Gewinne abwirft, führt Schoofs auf vorsichtiges Wirtschaften zurück. Zum Beispiel halte man keine Beteiligungen an verlustreichen Kohlekraftwerken. Was im schlimmsten Fall geschehen kann, war im Juli im thüringischen Gera zu beobachten, wo die Stadtwerke Insolvenz anmelden mussten. Und auch Schoofs’ bisheriger Prokurist Sören Schuhknecht, der im vergangenen Jahr an die Spitze der Stadtwerke Elmshorn gewechselt war, musste die dortigen Stadtvertreter kurz nach seinem Amtsantritt mit 1,8 Millionen Euro Verlust überraschen – hat das Unternehmen inzwischen aber wieder hauchdünn in die Gewinnzone gelotst.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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