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Domschul-Neubau : „Vollkommen aus dem Ruder gelaufen“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Planungsfehler beim Domschul-Anbau hatten ein Nachspiel in der Schleswiger Ratsversammlung. Das Wer trägt die Schuld daran, dass das Gebäude deutlich teurer wird als geplant?

Im trockenen Verwaltungsdeutsch klingt es harmlos: Wegen der „Änderung der Ausführungsplanung für die technische Gebäudeausrüstung“ für den neuen naturwissenschaftlichen Fachraumtrakt an der Domschule musste die Ratsversammlung über einen Nachtragshaushalt beschließen. Es ging um 270000 Euro, um die der Bau teurer wird als die ursprünglich kalkulierten 3,3 Millionen Euro – und zwar weil einige wichtige Dinge vergessen wurden. Zum Beispiel die Entlüftungsanlage in den Chemieräumen.

Wie es zu den Pannen kam, ist noch nicht endgültig geklärt. Für die Grünen-Fraktion war die Kostensteigerung ein Grund, dem Nachtragshaushalt nicht zuzustimmen. Die drei Mitglieder enthielten sich der Stimme. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Johannes Thaysen sagte: „Natürlich wollen wir, dass der Bau endlich fertig wird, aber aus unserer Sicht ist hier etwas völlig aus dem Ruder gelaufen. Ich kenne keinen privaten Bauherren, der sich so etwas gefallen lässt.“

Bürgermeister Dahl wies darauf hin, dass die Stadtverwaltung sich keineswegs alles gefallen lasse, sondern man sich in einem Rechtsstreit befinde. Mit wem, sagte er nicht. Aber bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass man im Rathaus die Schuld bei einem Hamburger Fachraumplaner sieht, der seine Entwürfe offenbar gemacht hat, ohne sie mit den Lehrern an der Domschule abzustimmen. Das fiel erst auf, als die Bauarbeiten längst begonnen hatten.

Die Finanzausschuss-Vorsitzende Steffanie Hildebrandt (CDU) sagte: „Ich finde es auch suboptimal, wie es gelaufen ist, aber es ist nicht die richtige Konsequenz, deshalb den Haushalt abzulehnen.“ In dasselbe Horn stieß der Bauausschuss-Vorsitzende Klaus Bosholm (SPD): „Wir müssen jetzt alle Energie darauf verwenden, den Bau fertigzustellen.“ Eigentlich hätte dort bereits im Frühjahr der Unterricht beginnen sollen. Nun werden bis zur Einweihung noch Monate vergehen. Harry Heide (SSW) forderte, in Zukunft bei städtischen Bauvorhaben einen Festpreis zu vereinbaren. Die Planungsfehler machten ihn fassungslos: „Es sind gravierende Dinge vergessen worden. Das weiß doch jeder, dass ein Chemieraum eine Entlüftungsanlage braucht. Demnächst werden noch die Türen vergessen.“

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erstellt am 11.Sep.2013 | 07:45 Uhr

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