Kinder auf Zeitreise : Volkskunde-Museum bei Nacht

Im historischen Krämerladen von 1940 stellte Jannik Wittke die Kinder vor knifflige Aufgaben.
Im historischen Krämerladen von 1940 stellte Jannik Wittke die Kinder vor knifflige Aufgaben.

Auf eine dreistündige Zeitreise durch die unterschiedlichen Ausstellungen auf dem Hesterberg gingen am Wochenende 22 junge Museumsbesucher.

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24. November 2013, 19:17 Uhr

Wenn das Tor zum Volkskunde Museum auch nach 20 Uhr offen steht und 22 aufgeregte Kinder mit Taschenlampen die Ausstellungsräume erkunden, dann beginnt die Museumsnacht. Am Wochenende begaben sich die jungen Museumsbesucher zwischen acht und zwölf Jahren auf eine dreistündige Zeitreise durch die Jahrhunderte. „Um dafür eine besondere Atmosphäre zu schaffen, ist nur die Notbeleuchtung an“, erklärte Kirsten Jensen-Huß vom Volkskunde Museum, die zusammen mit ihrem Team und den Mitarbeitern des Jugendzentrums die Museumsnacht ins Leben rief. „Nach dem Erfolg der ersten Aktion im September, in der wir historische Figuren zum Leben erweckten, haben wir diesmal mit der Zeitreise verschiedene Epochen miteinander verknüpft“, fuhr sie fort. Unterstützt wurden sie dabei erneut von den Schleswiger Freunden des Fantasyspiels, die mit ihren dargestellten Charakteren verschmolzen.

Bevor die Kinder ihre Reise in die Vergangenheit antreten konnten, erhielten sie in der Meldestelle ihren Zeitreisepass, den sie an den verschiedenen Reisezielen mit Stempeln füllen mussten. Diese erhielten sie nur, wenn sie Aufgaben bewältigten, die ihnen von „Zeitzöllnern“ gestellt wurden. „Nur wenn ihr alle Stempel gesammelt habt, seid ihr zum Wiedereintritt in die Gegenwart berechtigt“, erläuterte Jensen-Huß. Zudem wurden die Kinder darüber aufgeklärt, dass sie auf der Zeitreise weder etwas kaputt machen noch verändern dürften. Danach ging es in zwei Gruppen durch die verschiedenen Zeitfenster des Museums.

Eine Station war der Krämerladen aus dem Jahr 1940, wo Jannik Wittke den Kindern gleich mehrere Aufgaben stellte. So mussten sie zunächst mit einer alten Waage das Gewicht von 500g Nüssen, 300g Äpfeln und 100g Kartoffeln bestimmen. Während das binnen kürzester Zeit gelöst wurde, bereitete ihnen die Zuordnung einstiger Haushaltsgeräte größere Probleme. Den Fleischwolf erkannten sie, die metallene Wärmflasche hielten sie zunächst jedoch für einen Wasserkocher. Mit etwas Hilfe wurde auch diese Aufgabe gelöst und sie erhielten einen Stempel.

Kontrolliert wurden diese von Alexander Daniel Schmidt als selbst ernanntem Doktor und „Time Lord“ sowie seiner Reisebegleiterin „Amy Pond“ alias Ingke Burchardt-Clausen. Die bei ihrer Namenswahl von der TV-Serie „Doctor Who“ inspirierten Fantasy-Darsteller nahmen ihren Job sehr ernst und führten die Kinder erst nach einem prüfenden Blick in die Zeitreisepässe in das nächste Jahrhundert. Dort galt es mit verbundenen Aufgen hölzerne Butterfässer oder Polizeiuniformen zu ertasten. Zudem gingen sie auf Schatzsuche, die in den Ausstellungsbereich der großen Mandränke des Mittelalters integriert war. „Sollten die Kinder nicht genug Stempel sammeln, brauchen sie etwas, um die Zöllner zu bestechen“, erklärte Jensen-Huß.

Am Ende hatten alle Kinder so fleißig Stempel gesammelt, dass sie die Zöllner gar nicht bestechen mussten und eine Urkunde als Qualifikation zur Zeitreise erhielten. Diese trugen sie zusammen mit ihrem Goldschatz ins Jugendzentrum, wo sie den Rest der Nacht verbrachten.

„Die Aktion war ein voller Erfolg und zeigt, dass man Kinder an das Museum heranführen und Schwellenängste nehmen kann“, erklärte Jensen-Huß. Daher überlege man, die nächste Museumsnacht auf die Schlossinsel zu verlegen, „da die Zukunft des Volkskunde Museums ja offen ist“.

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