Hesterberg : Volkskunde-Mitarbeiter sitzen auf gepackten Koffern

Wo heute noch eine Baracke steht, soll   Platz für das neue Theatergebäude geschaffen werden. Im Vordergrund: das Körnerhaus.
Wo heute noch eine Baracke steht, soll Platz für das neue Theatergebäude geschaffen werden. Im Vordergrund: das Körnerhaus.

Noch immer ist unklar, wann genau das Museum auf dem Hesterberg schließt und wie es dann weitergeht. Sicher ist: Der Umzug wird zu einem Mammut-Projekt.

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16. November 2013, 18:40 Uhr

In weniger als vier Jahren soll alles fertig sein. Dann soll auf dem Hesterberg Schleswigs neues Stadttheater stehen. Das jedenfalls ist der ehrgeizige Zeitplan, auf den sich das Landestheater und die Stadt Schleswig verständigt haben. Ob er gehalten werden kann, ist noch offen. Entsprechend wissen auch die Mitarbeiter des Volkskunde-Museums nicht, wie lange sie noch auf dem Hesterberg bleiben werden. Dass ihr Haus im Laufe der nächsten Jahre geschlossen wird, das ist schon seit längerer Zeit bekannt. Doch seit Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) im Januar das Museumsgelände als Standort für das neue Stadttheater ins Spiel gebracht hat, ist eine neue Dynamik enstanden. Die Museumsleute um Sammlungsleiter Guntram Turkowski sind zu Getriebenen geworden. „Wir können im Moment keine Ausstellungen für das nächste Jahr vorbereiten“, sagt er.

Klar scheint inzwischen, dass die Sammlungen nicht – wie ursprünglich geplant – direkt auf das Gelände des Freilichtmuseums in Molfsee bei Kiel verlagert werden können. Dort fehlen noch die erforderlichen Gebäude. Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ist daher auf der Suche nach einem Zwischenlager. Im Gespräch ist hier das ehemalige Bundeswehrdepot an der Rendsburger Kaiserstraße. Museums-Stiftungsvorstand Guido Wendt: „In der Tat sind wir in Rendsburg auf ein interessantes Objekt gestoßen.“ Man befinde sich in „guten Gesprächen“ und hoffe, vielleicht noch in diesem Jahr ein Stück weit Planungssicherheit zu bekommen.

Die Landesmuseen befinden sich auch bereits in Gesprächen mit Logistikunternehmen, um die Verlagerung zu bewältigen. „Mit einem ganzen Museum umzuziehen, so etwas hat es noch nicht oft gegeben“, sagt Turkowski. Bisher hat niemand einen Überblick, wie viel eigentlich katalogisiert und verpackt werden müsste. „Wenn wir zum Beispiel eine Schmiede haben, dann gehören dazu hundert einzelne Zangen und viele andere Werkzeuge.“ Zähle man jedes Stück einzeln, könne man auf mehr als 100 000 Objekte kommen, schätzt Turkowski.

Bislang läuft der Museumsbetrieb unverändert weiter. Die Diskussion um die bevorstehenden Schließung hat sich auf die Besucherzahlen nicht ausgewirkt. Im Jahr 2012 kamen 23 000 Besucher. Im laufenden Jahr waren es schon mehr als 22 000. Geöffnet ist im Winterhalbjahr dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

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