Schulstreit in Süderbrarup : Vize-Bürgermeister tritt zurück

Er teilte seine Entscheidung per Rundmail mit: Süderbrarups stellvertretender Bürgermeister Hans-Walter Niendorf zieht Konsequenzen aus dem Streit um den Standort für die geplante Zentralschule im Amt Süderbrarup.

shz.de von
28. Januar 2015, 18:47 Uhr

Die Entscheidung der Gemeindevertretung Süderbrarup, die zentrale Grundschule des Amtes nun doch auf dem Kleingartengelände der Ehlerskoppel bauen zu lassen, birgt weiteres Konfliktpotenzial. Hans-Walter Niendorf (SPD), stellvertretender Bürgermeister von Süderbrarup, erklärte am Mittwoch per Rundmail seinen Rücktritt.

„Die letzten Beschlüsse der Gemeindevertretung zum Standort ,Grundschule’ haben mich sehr enttäuscht. Aber als Demokrat müsste ich diese mittragen. Da ich dieses aber weder kann noch will, möchte ich mein Mandat zurückgeben und meine Funktion in der Gemeinde zum 27. Januar 2015 niederlegen“, teilte er Bürgermeister Friedrich Bennetreu (CDU) gestern schriftlich mit.

„Ich möchte klarstellen, dass ich nicht gegen eine zentrale Grundschule in Süderbrarup bin, sondern nur meine, dass deren Standort falsch ist“, erklärte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Zwar sei mit der Entscheidung die Ruhe bei den Amtsgemeinden wieder eingekehrt. Doch habe man sie gegen eine neue Unruhe bei den Bürgern Süderbrarups eingetauscht. Dies seien zum einen die Kleingärtner – eine Gruppe, die üblicherweise finanziell nicht unbedingt besonders gut gestellt sei. Zum anderen seien es die naturbewussten Anwohner, denen man eine grüne Insel wegnehme. Darüber hinaus müssten diese auch noch zuschauen, wie 24 Linden gefällt würden, um Parkraum zu schaffen.

„Auch sehe ich das weitere Geschehen nicht konfliktfrei“, fährt er fort. Denn wenn die Kleingärtner – wie angekündigt – Rechtsmittel gegen die Kündigung einlegen würden, könnte sich die Schuleröffnung auch um ein paar Jahre verschieben. Er verstehe nicht, dass man diese Lösung gegenüber einer konfliktfreien, dem Standort auf der Rennkoppel, vorgezogen habe.

„Die Entscheidung, mein Mandat niederzulegen, ist mir nicht leicht gefallen, da ich seit 1988 für die SPD in der Gemeindevertretung sitze und lange Jahre stellvertretender Bürgermeister war“, bekennt der 62-Jährige. Er hätte noch gerne die 30 Jahre vollgemacht. Aber unter diesen Bedingungen wolle er das nicht. „Da hat jemand Eisberge am Horizont bemerkt, die man im Steuerhaus noch nicht gesehen hat“, so seine abschließende Bemerkung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen