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Visionärs-Krankheit Düsen-Verstopfung Stellwand-Navi

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Und Visionen machen doch nicht krank. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt war noch nie im Friedrichsberg, sonst hätte er wohl nicht gesagt, dass Menschen mit Visionen "lieber gleich zum Arzt gehen sollten". Denn der altehrwürdige Stadtteil mit viel Geschichte braucht neue Visionen, und gerade scheint eine wieder begraben worden zu sein. Die Vision von Heda Silbernagel, dreifache Mutter, Architektin und Hotelbetreiberin. Denn ihre Idee, den Friedrichsberg neu zu beleben, indem zunächst die toten Ecken und Winkel beseitigt werden, ist augenscheinlich auf wenig Gegenliebe gestoßen. Dabei wäre nur ein bisschen mehr Entgegenkommen aller Mitbürger nötig gewesen, um die Sache ins Rollen zu bringen. Worauf Heda Silbernagel hinaus wollte, ist: Unter einem gemeinsamen Markennamen ("Stilberg") den Friedrichsberg zu einem Zentrum für Handwerk, Design sowie Bauen und Wohnen zu machen. Heimische Handwerksbetriebe wollte sie dafür begeistern, Zeugnisse ihres Könnens in den toten Schaufenstern leer stehender Geschäfte an der Friedrichstraße auszustellen. Es sollte ein Anfang sein, um ein besseres Bild vom Stadtteil abzugeben. Sie war auf die Eigentümer zugegangen und hatte mit ihrem Sohn selbst die verstaubten Schaufenster geputzt, um dort Werbeplakate für das neue Stilberg-Label anzubringen. Alles umsonst? "Ich kann leider keine großen Erfolgsmeldungen liefern", mailt Heda Silbernagel auf unsere Nachfrage, warum ihr Engagement so wenig sichtbar bleibt. Trotz der leisen Enttäuschung aber will sie weiter etwas unternehmen. Und das ist gut so.

Denn sonst wird der Friedrichsberg zum Patienten und braucht doch einen Arzt.

Skulpturen laden ein zum Verweilen. Sie anzuschauen trägt bei zur viel zitierten Entschleunigung. Dr. Thomas Gädeke vom Gottorfer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat ständig ein Auge auf den Zustand von Schleswigs Skulpturen. Dabei stellt er fest, dass Kütemeiers "Kröte", die ihren Sitz an der Schlei-Promenade hat, aktuell unter Düsen-Verstopfung leidet. Die Folge: Kein plätscherndes Wasserspiel mehr. Auch das Wasserbecken ist vermoost. Manchmal, wie auf unserem Foto, schwimmt sogar ein Flachmann darin. Daher Gädekes Bitte: Auch die Kröte braucht einen "Arzt" - und zwar von der Truppe der Umweltdienste.

Oliver Frieß vom Wahlamt der Stadt ist hochzufrieden mit seiner Arbeit. "Wir haben alles getan, um für Transparenz und Klarheit im beginnenden Wahlkampf zu sorgen", sagte er gestern vor dem Gemeindewahlausschuss. Man habe in allen 14 Wahlbezirken jeweils zwei Stellwände aufgestellt: Eine für die Bundestagswahl und eine für die Bürgermeisterwahl. Damit die Kandidaten diese Stellwände auch finden, hätten sie Listen ausgehändigt bekommen, auf denen sich Stellwand-Standort sowie Foto vom Standort befänden. "Mehr können wir nicht tun", meint Frieß. Da erhebt Christian Conrad von der SPD seine Stimme: "Doch, Sie könnten noch ein Navi beilegen!"

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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