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Nach Razzia : Vineta in Busdorf: Eine Disco auf Bewährung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach der Razzia steht fest: Die Busdorfer Disco „Vineta“ lässt keine Minderjährigen mehr hinein. Das „Fantasy“ in Tarp hingegen ist endgültig geschlossen.

Busdorf | Die Busdorfer Diskothek „Vineta“ hat vor kurzem ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. „Es war ein super Abend“, schwärmt Kimberley Kruse (22), eine der beiden Töchter der Betreiberfamilie. Dabei hätte es statt Jubiläumsfeier beinahe Katzenjammer geheißen, stand doch das „Vineta“ im Frühjahr kurz vor dem Aus. Nach einer Razzia, bei der Anfang April zu nächtlicher Stunde 152 zum Teil stark alkoholisierte Jugendliche aufgegriffen worden waren, hatten die Behörden den Weiterbetrieb des Tanzlokals untersagt – bis das Verwaltungsgericht diese Verfügung per Eilentscheid kippte. „Innerhalb von vier Stunden hatten wir die Konzession wieder“, sagt Kimberley Kruse.

Doch Familie Kruse betreibt das „Vineta“ seitdem auf Bewährung. Sollte abermals ein Verstoß gegen die Jugendschutzbestimmungen festgestellt werden, werde das Verfahren sofort wieder aufgerollt, heißt es beim zuständigen Ordnungsamt Haddeby. Unklar ist nach wie vor, ob die Disco-Betreiber ein Bußgeld zahlen müssen. Das dazu angestrengte Verfahren läuft noch, sagte eine Sprecherin des Kreises.

„Das war ein deutlicher Warnschuss“, räumt Manuel Dittmers, Berater der Familie Kruse, im Gespräch mit unserer Zeitung ein. Aber die Disco habe mit einem neuen Konzept auf die folgenschwere Razzia reagiert. So werden Unter-18-Jährige nicht mehr ins Lokal gelassen – auch nicht mit einem sogenannten „Muttizettel“, der den Eintritt in Begleitung eines Volljährigen erlaubt. Nicht mal, wenn die eigenen Eltern dabei sind, dürfen Minderjährige mehr rein. „Es wird streng kontrolliert“, sagt Dittmers. „Seitdem ist Ruhe. Es hat sich unter den Jugendlichen rumgesprochen, dass man seinen Ausweis vorzeigen muss.“

Die finanziellen Einbußen durch die fehlende Kundschaft seien zu verkraften“, erklärt Dittmers weiter. „Das große Geld bringen die Jugendlichen sowieso nicht.“ Stattdessen würden sie ihre Getränke statt in der Disco lieber zu Hause beim „Vorglühen“ konsumieren.

Unbenommen von den genannten Auflagen bleibt die Kinder-Disco, die das „Vineta“ weiter regelmäßig anbietet. Dann dürfen Zwölf- bis 15-Jährige auf die Tanzfläche und feiern – aber gänzlich ohne Alkohol und Zigaretten.

Inhaberin Ingrid Kruse ist derweil Gerüchten entgegen getreten, dass sie sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen habe. „Ich bin die Chefin“, stellte sie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung klar. Das „Vineta“ wird darüber hinaus von ihrem Mann Helmut und den beiden Töchtern Fabienne und Kimberley geführt.

Endgültig ausgetanzt hat es sich derweil in der Tarper Großraumdisco „Fantasy“. Der Musikschuppen im Gewerbegebiet war im Frühjahr ebenfalls in die Schlagzeilen geraten – wegen schwerer Verstöße gegen die Brandschutzauflagen. Daraufhin hatte die Bauaufsicht des Kreises die Disco stillgelegt. Inzwischen hat Inhaber Kevin Thomsen das „Fantasy“ verkauft. Näher wollte er sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern. In Tarp heißt es aber, dass das Gebäude künftig als Lagerhalle genutzt werde. Das „Fantasy“ war für bis zu 800 Gäste zugelassen, bei den Veranstaltungen zuletzt aber nur noch spärlich besucht. Thomsen hatte die Disco vor viereinhalb Jahren übernommen. Davor war sie bereits einmal über einen längeren Zeitraum geschlossen. Dass das „Fantasy“ irgendwann wieder als Tanztempel genutzt wird, halten Insider für wenig wahrscheinlich.

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erstellt am 04.Okt.2014 | 18:53 Uhr

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