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Schleswiger Nachrichten

25. September 2017 | 22:50 Uhr

Schleswig : Vier Tage im Zeichen der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Festball, Umzug, buntes Programm: Schleswigs Brandschützer lassen es zu ihrem 150-jährigen Bestehen ordentlich krachen.

Drei Jahre lang hatten sie darauf hingearbeitet. Gestern nun stand den Mitgliedern des achtköpfigen Festausschusses einfach nur Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Es war viel mehr Arbeit, als wir anfangs gedacht hatten“, sagte Hauptorganisator Jörg Lange während einer kleinen Atempause. „Aber es hat sich definitiv gelohnt“, fügte der stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig an. Diese hatte von Donnerstag bis Sonntag das Geschehen in der Stadt eindeutig bestimmt. Schließlich gab es einen richtig guten Grund zum Feiern: den 150. Geburtstag.

„Wir haben 1400 Wehren im Land. Viele davon feiern jetzt ihr 125-jähriges Bestehen. Aber 150 – das ist schon etwas sehr Besonderes“, sagte Innenminister Stefan Studt in seinem Grußwort am Freitagabend vor rund 280 geladenen Gästen, die zum Festakt in das große Zeltauf der Schlossinsel gekommen waren. Als Anerkennung für den „freiwilligen Einsatz für die Gesellschaft, bei dem Sie das Leben Ihrer Mitmenschen schützen und Ihr eigenes dabei aufs Spiel setzen“ verlieh er der Schleswiger Feuerwehr die Ehrengabe des Landes in Form einer Goldenen Glocke. „Sie machen einen tollen Job. Davon bin ich überzeugt“, sagte der SPD-Minister und fügte mit einem Augenzwinkern an: „Ich freue mich schon auf ihre 175-Jahr-Feier. Denn dann bin ich ganz bestimmt noch immer im Amt.“ Auch Bürgermeister Arthur Christiansen und Landrat Wolfgang Buschmann lobten ausdrücklich den Einsatz der zurzeit 126 aktive Kameraden zählenden Wehr.

Der Festgottesdienst mit Bischof Gothart Magaard („Sie leisten für uns alle einen unverzichtbaren Dienst. Unter dem Motto ,Gott zur Ehr, dem Menschen zur Wehr’ stehen Sie für uns in der Not bereit. Ein großer Schatz, den wir in unserer Stadt haben “) und ein Konzert der Schleswiger Husaren bildete gestern den Abschluss eines viertägigen Feier-Marathons, der bei den zahlreichen Gästen und Besuchern sehr gut ankam. Vom Blaulichttag mit Vorführungen bis zum Kinderspielenachmittag – für Jung und Alt gab es viel zu entdecken. Bereits vor dem offiziellen Auftakt des Jubiläums hatte mit dem Aufbau des 50 Meter langen und 35 Tonnen schweren Festzeltes jede Menge Arbeit auf die ehrenamtlichen Helfer gewartet. Dass dabei ein Feuerwehrmann einen Herzinfarkt erlitt, überschattete die Feierlaune. Vielfache Genesungswünsche wurden deshalb während der vier Tage von der Schlossinsel aus direkt ins Schleswiger Krankenhaus übermittelt. Mit Erfolg: Inzwischen befindet sich der Kamerad auf dem Wege der Besserung.

Ein imposanter Umzug sorgte derweil am Sonnabend bei den Schleswiger Bürgern für reichlich Aufsehen. Rund 40 Fahrzeuge (in erster Linie von den befreundeten Feuerwehren aus den Umlandgemeinden) und viele Hundert Teilnehmer beteiligten sich an dem gut zweistündigen Fußmarsch, der sich mit einer gefühlten Länge von mehr als einem Kilometer von der Freiheit aus bis zum Rathaus, dann über den Stadtweg und die Schleistraße bis hin zur Schlossinsel schlängelte. Den lautstarken Auftakt dazu gab Feuerwehrmann Günter Wilkens der das 120 Jahr alte Feuerwehr-Signalhorn ertönen lies. Vorneweg – mit einer Rassel in der Hand – begleitete die dreijährige Arven den Spielmannszug der Bugenhagenschule. Ebenfalls sehenswert: In Originalkostüme gekleidet schoben Schleswiger Feuerwehrleute einen historischen Tragkraftspritzenwagen aus dem Jahr 1890. Das gute Stück wurde einst bei „Nagel und Söhne“ am Kaufmannshof in Schleswig hergestellt. Das dänische „Mekansik Museum“ in Sønderjylland stellte es eigens für das Feuerwehrjubiläum zur Verfügung.

Am Abend folgte dann der Festball – und zwar inklusive gelebter Städtefreundschaft. Denn mittendrin in der Feiergesellschaft waren auch französische Brandschützer aus Schleswigs Partnerstadt Mantes-la-Jolie um Wehrführer Jean Pierre Benguel. Ihnen stahl allerdings Feuerwehrmann Stefan Diecks die Show – in dem er seiner Jugendliebe Frauke Maß per Mikrofon einen Heiratsantrag machte. Bei lange anhaltendem Applaus der mehr als 300 Gäste im Festzelt aus antwortetet die Braut schließlich mit „Ja“. „Ich bin total überwältigt. Damit habe ich nicht gerechnet“, meinte die 40-Jährige. Im nächsten Jahr wird geheiratet.

Im Zuge des Jubiläums veröffentlichte die Schleswiger Feuerwehr auch eine Chronik, die deren 150-jährige Geschichte veranschaulicht und ab sofort in den Buchhandlungen erhältlich ist.

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