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Hollingstedt : Vier Jahrhunderte Schulgeschichte haben ein Ende

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Standort in Hollingstedt geschlossen: Kinder aus dem Dorf und den Nachbargemeinden müssen künftig andernorts das kleine Einmaleins und Alphabet erlernen

Es war ein buntes und schönes Abschlussfest, wenn auch aus traurigem Anlass, der bei weitem nicht jedem der Anwesenden gefiel. „Wir hatten keinen Einfluss auf diese Entscheidung, konnten sie lediglich zur Kenntnis nehmen“, kommentierte Kai Giermann, Vertreter der Elternschaft, die offizielle Schließung der Hollingstedter Schule.

400 Jahre war Hollingstedt Schulstandort – zuletzt als Außenstelle der Grundschule Schuby. Auch Kinder aus den Nachbargemeinden, vor allem aus Ellingstedt, erlernten in den Klassenräumen in Hollingstedt das Ein-MalEins, das Alphabet und andere wichtige Dinge, die sie ihr Leben lang begleiten sollten.

Die zuletzt 55 Kinder, die die Schule besuchten, nahmen nun nach Schulschluss auf dem Schulhof Abschied von ihrer Schule. Sie werden diese Woche zum Schuljahresende die Schule verlassen. Die Viertklässler werden auf weiterführende Schulen gehen und die Schüler der ersten bis dritten Klasse werden zum neuen Schuljahr in Treia beschult, wenige gehen zur Grundschule nach Ostenfeld.

„Die Konzentration in vielen Bereichen – Versorgungsangebote, ärztliche Versorgung und Bildung – geht weiter. Sie lässt sich nicht aufhalten. Unser Ziel muss es aber sein, mit einer langfristigen Planung, die Dorfinfrastruktur so zu gestalten, dass es weiterhin attraktiv ist, im Dorf zu leben“, betonte Kai Giermann im Rahmen des Abschlussfests, das Elternvertreter und der Förderverein der Grundschule Ellingstedt-Hollingstedt auf dem Schulhof organisiert hatten. „Unser Verein hatte noch Rücklagen, die den jetzigen Schülern zu Gute kommen sollten. Hieraus wurde das Fest finanziert“, erklärte Kristin Nottebruck, Vorsitzende des Fördervereins. Mit ihr und mit Olga Schaper, Agnieszka Stolarczyk und Elternvertretern wurde es so gestaltet, dass die Kinder, die jeweils ein Abschieds-T-Shirt erhielten, viel Spaß hatten. Per Glückstrommel wurden Bücher, Spiele und Puzzle verlost. Die Kindern amüsierten sich bei den verschiedenen Spielen, während Eltern und ehemalige Schüler Zeit hatten, um über die Schule zu sprechen und Erinnerungen auszutauschen. Zum Abschluss ließen die Kinder Luftballons in den Himmel steigen. Ein Zeichen, dass es jetzt heißt, in die Zukunft zu schauen.

An dem Gebäude, das in den Eigentum der Gemeinde zurückgeht, stehen nun Umbauarbeiten an, damit es weiterhin von Kindern genutzt werden kann. Die Kindertagesstätte, die bislang im Kirchengemeindehaus untergebracht ist, soll dort einziehen.





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