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Schleswiger Nachrichten

19. November 2017 | 13:36 Uhr

Schleswig : Viele Ideen zur Innenstadt-Sanierung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

„Bürgerwerkstatt“ im Rathaus trifft auf großes Interesse. Experten stellen dabei erstmals Pläne vor: Größerer Capitolplatz und eine neue Straße in der Altstadt?

von
erstellt am 03.Mai.2016 | 12:58 Uhr

Die Schleswiger wollen mitreden. Das stellten sie gestern Abend mal wieder eindrucksvoll unter Beweis, als mehr als 90 Frauen und Männer in den Ständesaal des Rathauses gekommen waren, um an der „Bürgerwerkstatt“ zum Thema Innenstadtsanierung teilzunehmen. Damit waren sämtliche Stühle besetzt, die die Verwaltung für die Besucher aufgestellt hatte. Und wie sehr die Anwesenden sich und ihre Ideen tatsächlich einbringen wollten, wurde spätestens deutlich, als sich Grünen-Ratsherr Johannes Thaysen erhob und seine Meinung zu der erstmals von der Verwaltung öffentlich präsentierten „Vorzugsvariante“ kundtun wollte – nachdem das bereits sein Fraktionskollege Steffen Hempel getan hatte. „Hier ist heute Bürgerbeteiligung gefragt. Und was haben wir jetzt schon wieder? Politikbeteiligung. Halten Sie sich mal zurück“, wetterte ein sichtlich erregter Zuschauer und erntete damit von einigen Teilen des Publikums Applaus.

Zurückhaltender zeigten sich die meisten Gäste, als zu Anfang der Veranstaltung die ersten konkreten Pläne für die Innenstadtsanierung präsentiert wurden. Neben Bürgermeister Arthur Christiansen und Bauamtsleiterin Britta Gutknecht waren dazu auch Vertreter von den vier Planungsbüros, die von der Stadt beauftragt worden waren, gekommen. Ein Beleg dafür, wie einschneidend das gesamte Projekt für Schleswig wird. Rund 18 Millionen Euro Fördermittel hat das Land für die kommenden 15 Jahre für das Facelifting des Schleswiger Zentrums zugesagt. „Deswegen wollen wir die Bürger mitnehmen und keinen Schnellschuss machen. Dieses Programm wird Schleswig nachhaltig verändern“, machte der Bürgermeister die Dimension der anstehenden Aufgaben deutlich.

Dazu wurde das Sanierungsgebiet von den Planern in sechs Bereiche aufgeteilt: das ehemalige Hertie-Kaufhaus, den Stadtweg, den Kornmarkt bis hin zum Gallberg, das Parkhaus samt ZOB und Feuerwache, den Schwarzen Weg und das Schleicenter. Sie alle werden Veränderungen erleben. Das steht fest. Wie diese allerdings konkret aussehen könnten, darüber diskutierten Bürger und Planer in verschiedenen Arbeitsgruppen nun sehr intensiv.

Für viel Gesprächsstoff und ein geteiltes Echo sorgte etwa der Vorschlag, auf der ehemaligen Trasse der Kreisbahn eine neue Straße um die Altstadt herum von der Königstraße bis zum Klosterhofer Weg zu schaffen. Dadurch könnten Lange Straße und Gallberg entlastet und gleichzeitig optisch aufgewertet werden. Auch beim Thema Umgestaltung des Schwarzen Wegs schieden sich die Geister. Die Städtebauplaner schlagen vor, dass dieser nicht nur begrünt wird. Auch die Zufahrt von der Plessenstraße aus soll gekappt werden – weil gleichzeitig der Capitolplatz am Kino vorbei Richtung Süden erweitert werden soll. Dafür wiederum müsste ein neues Parkhaus längs statt wie bislang quer zur Königstraße ausgerichtet werden. Weiter sehen die Pläne vor, dass vor dem ehemaligen Hertie-Gebäude zur Moltkestraße hin ein kleiner Platz geschaffen wird, um den Eintrittscharakter zum Stadtweg (dieser soll unter anderem neu gepflastert und möbliert werden) deutlicher sichtbar zu machen. Zudem soll es eine bessere Durchlässigkeit als bislang zwischen Innenstadt und Königswiesen geben.

Die Ideen und Anregungen der anwesenden Bürger wurden gesammelt und sollen nun von den Planern ausgewertet und – wenn möglich – umgesetzt werden. Bereits Ende September soll dann, so hofft Christiansen, die Ratsversammlung über den fertigen Rahmenplan abstimmen. Danach gehe es daran, eine Prioritätenliste zu erstellen.

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