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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 12:08 Uhr

Viele Fragen über das Feld voller Urnen

vom

500 Besucher löcherten am Tag der offenen Ausgrabung die Archäologen, die das Gelände des künftigen Gewerbegebietes Schuby untersuchen

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schuby | Schmuckstücke, Fibeln, Perlen und eine tönerne Nuckelflasche haben die Archäologen rund um die Urnengräber auf dem Gelände des künftigen interkommunalen Gewerbegebietes Schuby gefunden. Im Rahmen eines Tages der Ausgrabung konnten am vergangene Wochenende Neugierige die Grabungsstätte in Augenschein nehmen und die Fundstücke besichtigen. Rund 500 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Tätigkeiten des Archäologischen Landesamtes in Neukrug zu informieren und scharrten mit den Füßen im Sand, den Blick immer nach unten gerichtet, ob die Spezialisten nicht doch etwas übersehen haben.

Archäologe Dr. Martin Segschneider erklärte anhand einer Fotowand die Funde der Ausgrabung. Mittlerweile, so Segschneider, sei man sich nahezu sicher, dass es sich bei dem Urnenfeld um einen Kinder-und Frauenfriedhof handele. Das habe sich aus den bisherigen Funden ergeben. Während der etwa 30-minütigen Führungen über das Ausgrabungsgelände konnten sich die Gäste davon überzeugen, wie ergiebig die Ausgrabungsstätte für die Archäologen ist.

Neben verschiedenen Urnengräbern wurde das technische Gerät für die Ausgrabungen vorgestellt. Nach einer ersten Hochrechnung gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich in dem Areal bis zu 700 Urnen befinden. Sie zu bergen, wird bis zum Herbst dauern.

Besonders genossen die Besucher die Möglichkeit, den Archäologen vor Ort Fragen zu stellen. Dabei stellte sich heraus, dass bisher noch kein Diebstahl auf dem Urnenfeld stattgefunden hat, lediglich Baggerdiesel wurde entwendet. Um aber Vandalismus vorzubeugen, wurde ein Wachschutz für das Gebiet engagiert.

Professor Claus von Carnap-Bornheim, Direktor des Archäologischen Landesamtes, richtet an Schubys Bürgermeister Helmut Ketelsen die Bitte, er möge angesichts der reizvollen Landschaft doch bei der künftigen Bebauung auf anspruchsvolle Architektur achten und sagte: "Hübsch muss es sein." Für diesen Wunsch erntete er reichlich Beifall.

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