Schleswiger Werkstätten : Viel Unterstützung für die Athleten

Katja Herber (l.) und Michaela Harder freuen sich über die finanzielle Unterstützung, die nun in Sport-Ausrüstung investiert wird.
Katja Herber (l.) und Michaela Harder freuen sich über die finanzielle Unterstützung, die nun in Sport-Ausrüstung investiert wird.

Das Schleswiger Team für die „Special Olympics“ in Kiel freut sich über zahlreiche Spenden.

shz.de von
17. April 2018, 07:00 Uhr

„Wir sind überwältigt“, fasst Katja Herber die Stimmung zusammen, die Trainer und Athleten der Schleswiger Werkstätten seit einigen Tagen umgibt. „Wir haben Kassensturz gemacht. Mit Spenden in dieser Größenordnung haben wir einfach nicht gerechnet. Das ist genial!“ Im Februar hatte sich die Sportkoordinatorin gemeinsam mit Athletin Michaela Harder, Athleten-Pate Wolfgang Harm und Einrichtungsleiter Jan-Henrik Schmidt an die Öffentlichkeit gewandt, um für die „Special Olympics“ Unterstützung zu bekommen.

Die Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung finden vom 14. bis 18. Mai in Kiel statt. Gesucht wurden Paten, die Athleten bei ihren Wettkämpfen vor Ort anfeuern und unterstützen. „Es ist uns wichtig, Sport mit Handicap mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft zu transportieren“, sagt Katja Herber, „solche Inklusiven-Teams sind ein guter Schritt in diese Richtung.“

Der Aufruf war erfolgreich, wenn auch anders, als gedacht. Das Ziel war, möglichst für jeden Sportler einen Paten zu gewinnen. Das ist zwar nicht gelungen, aber dennoch weckte der Aufruf großes Interesse am Thema Sport mit Handicap. „Bisher ist durch Spenden schon eine hohe vierstellige Summe auf unser Konto eingegangen“, verrät Herber, „eine finanzielle Spritze, mit der wir unsere Athleten nun noch viel besser ausrüsten können.“

Denn die Liste des benötigten Equipments ist lang und reicht von Trainingsanzügen und Sportshirts über Fahrradzubehör bis zu den Kosten für die Unterbringung in Kiel. „Jetzt können die Sportler alle in einheitlichen Outfits an den Start gehen“, freut sie sich. Das sei für das Wir-Gefühl und den Teamgeist unschätzbar wichtig und eine zusätzliche Motivation.

Die Schleswiger Delegation besteht aus 47 Athleten und stellt damit die größte Mannschaft der Spiele dar. In sieben Sportarten (Fußball, Basketball, Schwimmen, Leichtathletik, Tischtennis, Radfahren und Badminton) wird um Medaillen gekämpft.

Michaela Harder, die in Kiel im 100-Meter-Sprint und auf der 1500-Meter-Distanz antreten wird, ist eines der Gesichter der Spiele. Gemeinsam mit den Athleten Pierre Petersen und Christoph Bertow sowie den Handball-Nationalspielern Rune Dahmke und Steffen Weinhold vom THW Kiel repräsentiert sie die „Special Olympics“. Für sie sind die Spiele mehr als ein Wettkampf um Medaillen. Ihr geht es vor allem darum, die Inklusion von Menschen mit Handicap in der Gesellschaft zu fördern. „Uns ist sehr wichtig, dass wir als Athleten wahrgenommen werden und nicht als Menschen mit Handicap. Der Sport hilft sehr dabei, und es ist schön, wenn sich ganz viele Menschen dafür interessieren, was wir machen“, erklärt Michaela Harder. Sie wünscht sich viele Zuschauer in Kiel. „Kommt alle vorbei und schaut euch an, was Sportler mit Handicap leisten können.“

Die Spenden stammen nicht alle von bekannten Förderern, sondern auch von unbekannten Privatpersonen aus der Region. „Neben der finanziellen Unterstützung, für die ich mich im Namen aller Trainer und Athleten herzlich bedanken möchte, freut mich die Wertschätzung, die dahinter steht, ganz besonders. Als Trainerin sehe ich, wie sehr sich die Sportler in allen Disziplinen ins Zeug legen und wie ernst sie die Spiele nehmen“, sagt Sportkoordinatorin Katja Herber.

Wenn am 14. Mai die „Special Olympics“-Fahne gehisst und das Feuer angezündet wird, sind die Athleten also nicht allein. Viele Sponsoren und Förderer sind, wenn nicht live, so doch in Gedanken bei den Sportlern. „Dass so viele Menschen für uns gespendet haben und an uns denken, finden wir alle toll“, sagt Michaela Harder. „Das macht uns stark!“




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