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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 11:38 Uhr

Kropp : Viel Interesse am Quilt-Fest

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mehr als 100 Anhänger der handwerklichen Kunst stellten ihre Exponate in der Geestlandschule aus.

Die Kropper Geestlandschule zeigte sich am Wochenende in einem ungewöhnlichen Outfit: Von der neuen Aula bis hin zur Mensa konnte man textile Kunstwerke in allen Größen, Formen und Farben bewundern. Grund war das erste landesweite Quilt-Fest, das von den neun Kropper Quitlingen unter der Leitung von Karin Schulze und Jane Cringle am Wochenende veranstaltete.

Das Wort Quilt stammt aus dem Englischen und bedeutet „Steppecke“ und wird für teilweise aufwendig gearbeitete Zierdecken verwendet, die maschinell oder per Hand hergestellt werden.

Eingeladen waren Patch- und Quilt-Liebhaber aus ganz Schleswig-Holstein, ihr Hobby und ihre Exponate einem breiten Publikum vorzustellen. „Viele Anhänger dieses Kreativhobbys haben keine geeigneten Räume oder scheuen den organisatorischen Aufwand, um ihre in Monaten geschaffenen Kreationen gebührend auszustellen; zum großen Teil beanspruchen die großflächigen Kunstwerke ja auch viel Platz“, begründet Karin Schulze den Entschluss, dieses für Schleswig-Holstein erstmalige Treffen auf den Weg zu bringen.

Fast 100 Einzelpersonen und neun Gruppen fanden sich schließlich in Kropp ein und zeigten den mehr als 800 Besuchern ihre Quilts, Patchworkarbeiten und führten in Workshops die Handarbeitskunst ebenso vor wie das Weben und das Klöppeln. Ein Einkaufsbasar, eine Cafeteria und ein Flohmarkt rundeten das Angebot ab. Die Kunstwerker waren unter anderem aus Henstedt-Ulzburg, Fehmarn, Eckernförde, Malente und Mölln angereist, die weiteste Reise hatte ein Ehepaar aus Denzlingen bei Freiburg auf sich genommen.

Ein Quilt ist eine Decke, die aus mindestens zwei, in der Regel aus drei Lagen besteht. Oben liegt die Schauseite, auch Top genannt, die Zwischenlage bildet ein wärmendes Vlies aus Wolle, Baumwolle, Seide oder Synthetik. Die Rückseite oder die Unterseite besteht zumeist aus einer Stoffbahn. Besteht die Oberseite aus mehreren zusammengesetzten Stoffteilen, oftmals Stoffreste, alte Krawatten, Häkeldeckchen, spricht hier von Patchwork. Das eigentliche Quilten besteht dann darin, der gesamten Stofffläche durch einzusetzende Nähte eine Struktur, quasi eine Dreidimensionalität zu geben. Sehr oft werden hierzu traditionelle, überlieferte Muster genutzt, der eigenen Kreativität sind aber auch, wie es viele Exponate zeigten, keine Grenzen gesetzt. Von China ausgehend waren Quilt-Stoffe im gesamten Orient verbreitet. Kreuzritter trugen sie unter der Rüstung und brachten die Kunst des Quiltens nach Europa. Eine starke Kältewelle im 14. Jahrhundert in England führte zu einer weiten Verbreitung von Quilt-Arbeiten bei Kleidung, Decken und Wandteppichen.

Die Kropper Quiltlinge bieten Interessierten an, mehr über dieser Handarbeitskunst zu erfahren oder gar selber aktiv zu werden. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an karin.schulze@t-online.de.


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