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Nach Sat.1-Sendung „Akte 2016“ : Versuchter Kinderhandel: Polizei ermittelt gegen Frau aus Schleswig

vom

Ein Kind als Ware: Eine 24-jährige Soldatin hat ihr ungeborenes Baby im Internet zum Verkauf angeboten. Welche Strafe sie erwartet, ist noch unklar.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2016 | 14:43 Uhr

Kiel/Rendsburg/Schleswig | Eine 24 Jahre alte Soldatin aus Schleswig hat versucht, ihr ungeborenes Baby über das Internet zu verkaufen – für 30.000 Euro. „Die Polizei ermittelt wegen versuchten Kinderhandels“, bestätigte Oberstaatsanwalt Axel Bieler den Fall. Da das Kind noch nicht auf der Welt sei, werde derzeit geprüft, ob eine Straftat vorliege.

Reporter der Sat1-Sendung „Akte“ hatten das Angebot in einem Forum für Leihmütter entdeckt und waren zum Schein darauf eingegangen. Vergangenes Wochenende trafen sie sich mit der jungen Frau in Rendsburg. Zum Gespräch brachte die Soldatin Ultraschallbilder und den Mutterpass mit. Sie erklärte dem vermeintlich kinderlosen Reporter-Paar, in der 31 Schwangerschaftswoche zu sein. Das Kind, ein gesunder Junge, sei ein „Unfall“ gewesen, der Erzeuger ein niederländischer Soldat – der nichts von der Schwangerschaft wisse.

Warum wollte sie ihr Baby verkaufen? Die Soldatin, die sich „Mala“ nannte, erklärte, sie habe sich bei der Bundeswehr auf eine Stelle im Ausland beworben, wolle danach auswandern. „Ich habe einen Sohn, der ist drei Jahre alt, den nehme ich mit. Aber da brauche ich dann nicht noch einen“, sagte sie den Reportern gegenüber. Die 30.000 Euro sollten ihr Startkapital sein.

Den weiteren Ablauf plante „Mala“ so: Bei der Geburt sollte sich der Mann als leiblicher Vater eintragen lassen. Später würde sie ihr Sorgerecht abtreten und das Kind zur Adoption freigeben. Dann könnte die Partnerin den Jungen adoptieren. Skrupel hatte die Soldatin offenbar nicht. Wichtig waren ihr allerdings Eltern, die nicht von Sozialhilfe leben. „Es müssen keine Millionen vorhanden sein. Aber man sollte dem Kind was bieten können und nicht jeden Cent umdrehen müssen.“ Das schrieb die junge Frau in einer Annonce in einem Internetforum.

So suchte die Frau nach neuen Eltern für ihr Baby

„Hallo ihr lieben , nach reichlich Kontakt zu wunscheltern , versuche ich es ein letztesmal. 

Ich bin derzeit in der 20 ssw und suche wunscheltern für mein ungeborenes. 
Ich bin es leid, ständig mir Anhören zu müssen, es wäre 'der Verkauf vom eigenen Kind' . 
Ich suche keine Eltern für mein Kind, die von Sozialhilfe leben und gar schwer krank sind. Ich suche liebevolle Eltern, die sich ums Kind kümmern und wissen das es nicht immer Friede Freude Eierkuchen mit einem Kind ist. Auch finanziell sollte es den Personen gut gehen. Nein es sollen keine Millionen vorhanden sein. Aber man sollte dem Kind was bieten können und nicht jeden Cent umdrehen müssen.

Ich würde mich Freuen , wenn mein Text vor Kontaktaufnahme gelesen wird. 

Liebe Grüße“ 

Nach einer halben Stunde Gespräch rief das Reporter-Paar die bereits vorab informierte Kriminalpolizei. Die Soldatin wurde festgenommen.  Das Video ist in der Mediathek des Senders zu sehen (ab Minute sechs).

Die Staatsanwaltschaft beantragte aber keinen Haftbefehl. „Mala“ ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Welche Strafe erwartet die Soldatin, wenn die Ermittlungen ergeben, dass ein versuchter Kinderhandel vorliegt? Oberstaatsanwalt Bieler: „Eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft. Bei Handeln aus Gewinnsucht sogar bis zu zehn Jahren Haft.“

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