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Schleswiger Nachrichten

24. August 2017 | 01:10 Uhr

Schleswig : Vereinte Kräfte für den Domturm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stadt und Landeskirchenamt arbeiten an einem gemeinsamen Finanzierungs-Konzept für die Sanierung des Schleswiger Wahrzeichens.

Es ist ein trauriger Geburtstag: 120 Jahre alt wird der Turm des Schleswiger St.-Petri-Doms in diesen Tagen. Am Reformationstag, dem 31. Oktober 1894, wurde das 112 Meter hohe Bauwerk, das längst zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist, offiziell eingeweiht – als Geschenk des damaligen Kaisers Wilhelm II. Das ist lange her. Inzwischen ist der Turm zu einem echten Schleswiger Problemkind geworden. Feuchtigkeit in der Fassade sorgt dafür, dass immer wieder Steine herausplatzen und Risse auftreten. Bereits seit Weihnachten 2012 steht deshalb vor dem Hauptportal ein großes Gerüst, um die Dombesucher vor herabfallenden Teilen zu schützen. Eine Übergangslösung, hieß es damals. Längst ist die Holz-Metall-Konstruktion jedoch zur hässlichen Dauereinrichtung geworden.

„Wir wollen und müssen dieses Problem bald lösen“, sagt deshalb Bischof Gothart Magaard. Wie den meisten anderen Schleswigern ist ihm das Gerüst längst ein Dorn im Auge. Allerdings weiß Magaard auch, dass eine Menge Geld nötig sein wird, um den Turm wieder auf Vordermann zu bringen. „Das ist ein großes Projekt, das da vor uns steht. Deshalb ist es notwendig, dass wir einen breiten Schulterschluss mit vielen Partnern hinbekommen“, sagt Magaard, der nach eigenen Worten in den vergangenen Monate viele Gespräche, unter anderem auch mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten, geführt hat.

Auch einen intensiven Austausch mit der Stadt Schleswig hat es inzwischen gegeben. Neben dem Bischof saßen dabei Bürgermeister Arthur Christiansen, der Ältestenrat der Stadt, Oberkirchenrat Jan Simonsen vom Baudezernat des Landeskirchenamtes, Kirchenbaudirektorin Ingrid Wenk sowie ein Vertreter des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein (GMSH) an einem Tisch. Konkret beraten wurde dabei unter anderem über eine finanzielle Beteiligung der Stadt an der Domturm-Sanierung und einen daran gekoppelten möglichen Förderantrag – den die Stadt Schleswig dann im kommenden Jahr beim Bund stellen könnte.

450 000 Euro, so sehen es die aktuellen Pläne der Verwaltung vor, könnten in drei Raten zwischen 2016 und 2019 als Baukostenzuschuss bereitgestellt werden. Parallel dazu würde sich die Stadt um Gelder aus dem Bundesprogramm „Förderungen von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“ bemühen. Natürlich in Absprache mit der Landeskirche und dem GMSH. „Vielleicht könnten sich da Möglichkeiten auftun“, sagt Bischof Magaard, der sich nicht detaillierter zu den Plänen äußern möchte.

Fakt ist, dass das Förderprogramm nur greift, wenn sich die betreffende Kommune an der Finanzierung der Projekte beteiligt. Im Normalfall liegt der Eigenanteil bei einem Drittel der Gesamtkosten. Bei Vorliegen einer Haushaltsnotlage kann sich der kommunal Eigenanteil jedoch auf bis zu zehn Prozent reduzieren. Mit Blick auf die leere Stadtkasse vielleicht eine gute Möglichkeit für Schleswig.

Wie viele Millionen Euro für die Sanierung des Domturmes am Ende aber tatsächlich nötig sind, davon versucht man sich beim Landeskirchenamt aktuell einen Überblick zu verschaffen. Laut Kirchenbaudirektorin Wenk ist ein Ingenieurbüro zurzeit dabei, ein Gutachten zu erstellen. Parallel dazu werde auch geprüft, ob eine andere Fangeinrichtung das unansehnliche Gerüst vor dem Haupteingang ersetzen könnte.

Bürgermeister Arthur Christiansen ist derweil auch unabhängig vom Ergebnis der Untersuchungen überzeugt davon, dass die Stadt ihren Anteil zur Sanierung des Turmes beitragen sollte: „Er ist Schleswigs Wahrzeichen. In diesem Punkt haben wir eine ethische, moralische und gesellschaftliche Verantwortung.“

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erstellt am 14.Okt.2014 | 07:21 Uhr

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