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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 11:55 Uhr

44U aus Treia : Vereint in der Liebe zur Musik

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bei aller Unterschiedlichkeit verbindet zwei Männer und zwei Frauen aus Treia und Hollingstedt eines ganz eng: die Liebe zur Musik. Gemeinsam bilden sie das Quartett „44U“.

Auf den ersten Blick haben sie nichts gemeinsam – gar nichts. Zwei junge Frauen und zwei, sagen wir, und zwar voller Respekt, Männer in den besten Jahren: Eine Erzieherin, eine Sachbearbeiterin, ein IT-Fachmann und ein Bäckermeister im Unruhestand. Und dennoch verbindet sie ein enges Band, das alle Unterschiede sprichwörtlich spielend überwindet – die Musik.

Seit dem Frühjahr trifft sich das außergewöhnliche Quartett regelmäßig, immer im Wechsel, bei jedem zu Hause. Dann wird gesungen. Querbeet. „Einige Stücke haben wir schon im Chor gesungen“, erzählt Erzieherin Jule Emken, die gemeinsam mit der Verwaltungsfachangestellten Dagmar Struve und IT-Fachmann Frank Wölffel dem Nicolai-Singkreis in Treia angehört. Komplettiert wird das musikalische Kleeblatt durch Bäcker Sebo Schmidt, der in dem kleineren Ensemble, bei den Klangträumern, singt. Beide Chöre werden mit viel Liebe und Engagement von Gesa Thomsen geleitet. Die atemzentrierte Stimmbildnerin ist der Dreh- und Angelpunkt des Quartetts, und sie hat ihre Schüler dazu ermutigt, etwas zu wagen: „Sie hat uns gefragt, ob wir nicht mal Lust hätten, etwas Buntes zu machen und einen Schülerabend zu gestalten“, erinnert sich Wölffel. Lust hatten sie alle vier, und so trafen sie sich, um zu gucken, ob es passt: „Wir mussten erst einmal ausprobieren, ob unsere Stimmen auch harmonisch klingen“, erklärt Schmidt.

Es passte, und obwohl die vier Sänger sehr unterschiedlich singen, haben sie doch schnell eine gemeinsame Basis gefunden und profitieren alle von ihren Erfahrungen im Chor: „Das hat vieles vereinfacht, weil sich jeder zurücknehmen kann, wenn es nötig ist. Wir können uns aufeinander einstellen“, so beschreibt es Jule Emken. Dabei sind alle durchaus kritisch mit sich selbst. Es gehört einfach dazu, Kritik anzunehmen: „Das gemeinsame Gestalten und Zusammenwirken ist uns sehr wichtig“, erklärt Sebo Schmidt und da stören auch nicht die 38 Jahre, die ihn als den Ältesten von der Jüngsten trennen.

Zurzeit wird ein kleines Konzert vorbereitet, ein bunter Abend. Das ausgewählte Repertoire ist sehr vielfältig und kann sich sehen lassen: „Wir haben uns schon gezielt anspruchsvolle Lieder ausgesucht, zum Beispiel das Hallelujah von Leonard Cohen“, verrät Frank Wölffel, greift spontan zu seiner Gitarre und beginnt zu singen: „Now I’ve heard there was a secret chord, that David played, and it pleased the Lord (...).“ Nach und nach steigen Jule Emken, Dagmar Struve und Sebo Schmidt mit ein – Gänsehaut ist unausweichlich. Die Songs, die sie auswählen, verändern sie zwar nicht, aber sie machen sie für sich passend: „Zum Beispiel singen wir jeder eine Strophe im Wechsel oder gemeinsam den Refrain“, erzählt Dagmar Struve. Die Frage nach Lieblingsliedern ist schnell geklärt: „Das ist immer unterschiedlich. Je nach Stimmung und Lebenslage“, finden alle. Natürlich musste auch ein Name her. Der durchaus naheliegende Vorschlag der Damen „Generation Project“, fiel bei den Herren mit Pauken und Trompeten durch. Nun sind sie 44U, „four for you“ in modernem Gewand.

Wichtig ist für alle vier der Spaß am Singen, das ist ihre Triebfeder: „Musik ist mein Leben“, gesteht Jule Emken und Dagmar Struve pflichtet ihr bei. Für Sebo Schmidt ist es ein Stück Erfüllung in jeder Lebenslage und für Frank Wölffel ein Gefühl, mit dem jeder etwas sehr persönliches verbindet. Jetzt freuen sich die vier auf ihr kleines „Schülerkonzert“ im September: „Wir müssen noch ganz viel üben, auch, um unseren eigenen Erwartungen gerecht zu werden“, weiß Sebo Schmidt. Und auch, wenn nicht jede Note glasklar gesungen und nicht jeder Akkord perfekt getroffen wird, so haben sicher nicht nur die Sänger, sondern auch ihre Zuhörer einen schönen Nachmittag, denn wenn die Vier von 44U singen, spürt man eines ganz deutlich: den Spaß und die Freude an der Musik, die sie alle verbindet.

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