Hausfrauenbund Schleswig : Verein nach 99 Jahren am Ende?

Karen Wilkens ist seit 1976 Mitglied im Hausfrauenbund und seit 20 Jahren dessen Vorsitzende. Bei der Wahl am 15. Februar will sie nicht wieder antreten.
Karen Wilkens ist seit 1976 Mitglied im Hausfrauenbund und seit 20 Jahren dessen Vorsitzende. Bei der Wahl am 15. Februar will sie nicht wieder antreten.

Keine neue Vorsitzende in Sicht: Schleswiger Ortsverein des Hausfrauenbundes steht vor der Auflösung.

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09. Januar 2018, 07:00 Uhr

Gut ein Jahr noch. Dann könnte der Schleswiger Hausfrauenbund seinen 100. Geburtstag feiern. Ob es allerdings tatsächlich dazu kommt, ist mehr als ungewiss. Viel mehr noch: Wenn nicht ein kleines Wunder geschieht, dann werden die Mitglieder des Vereins, der zu den ältesten der Stadt zählt, noch im Februar für die Auflösung stimmen.

So zumindest ist es unter Punkt 9 der Tagesordnung für die Jahreshauptversammlung zu lesen, die am 15. Februar im Hotel „Hohenzollern“ stattfindet. „Es sieht ganz so aus, als ob es so kommen wird“, sagt die Vorsitzende Karen Wilkens. Denn obwohl sie und ihre Vorstandskolleginnen in den vergangenen Monaten kräftig die Werbetrommel gerührt hätten, habe sich niemand gemeldet, der in ihre Fußstapfen treten möchte. „Und ein Verein, bei dem keiner in der ersten Reihe stehen möchte, funktioniert nun einmal nicht. Da nützt es auch nichts, weiter rumzueiern, sondern es geht um einen sauberen Abgang. Darin sind wir uns alle einig“, betont Wilkens.

Dass sie für den Vorsitz nicht wieder zur Verfügung stehen würde, war allen Mitgliedern bereits seit vier Jahren klar. Damals hatte die heute 76-Jährige noch einmal den Posten an der Spitze des Vereins übernommen, obwohl sie eigentlich da schon aufhören wollte. „Aber es hat sich einfach keine andere gemeldet, also habe ich noch eine Legislaturperiode drangehängt.“ Nun aber soll tatsächlich Schluss sein. „Irgendwann reicht es. Die Power ist ab einem gewissen Alter nicht mehr da. Ich mache es künftig nicht mehr, und wie es aussieht, will es auch niemand anderes machen“, sagt Wilkens und fügt dann noch an: „Aber wer weiß, vielleicht wirft ja auf der Versammlung noch jemand ganz spontan seinen Hut in den Ring.“

Ihr selbst habe die Aufgabe immer viel Spaß gemacht, versichert die scheidende Vorsitzende. Auch wenn damit stets eine Menge Arbeit verbunden war. Allein die Organisation der vielen Reisen, die der Verein Jahr für Jahr anbot, habe unzählige Stunden verschlungen. Zum Glück habe sie dabei, ebenso wie beim Verfassen der jährlichen Weihnachtsbriefe, viel Unterstützung von ihrem Mann Helmut bekommen. Dass die vielen aktiven Mitglieder nun – sollte es wirklich zur Auflösung kommen – nicht im Regen stehen bleiben, ist den beiden besonders wichtig. „Wir planen, einen Stammtisch einzurichten und empfehlen, sich dem Seniorenförderverein oder der Awo anzuschließen. Diese Vereine haben ja ähnliche Angebote wie wir.“

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