Norderstapel : Verein Kuno vergrößert Schutzflächen

Den seltenen Rotschenkel trifft man auch auf von Kuno verwalteten Flächen an.
Den seltenen Rotschenkel trifft man auch auf von Kuno verwalteten Flächen an.

Weitere Landwirte werden als Partner für Brutgebiete bedrohter Vogelarten gesucht. Im vergangenen Jahr wurden die Ausgleichszahlungen an Landeigentümer verdoppelt.

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03. März 2014, 07:45 Uhr

Der Verein „Kuno“ (Kulturlandschaft nachhaltig organisieren) konnte im vergangenen Jahr sein Programm deutlich ausweiten, so lautete die Botschaft auf der Jahresversammlung in Norderstapel. Der Verein setzt sich für die Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie auf privaten Grünlandflächen ein. Insgesamt nahmen 2013 in der Eider-Treene-Sorge-Niederung 88 Landwirte an dem „Kuno“-Programm teil. Es gab 310 Hektar mit Bewirtschaftungseinschränkungen, 417 Wiesenvogelgelege wurden geschützt und 91 000 Euro an Ausgleichsmitteln gezahlt.

Erfolgreich fiel auch die Jahresbilanz für das auf die Region zugeschnittene Vertragsnaturschutzmuster „Grünlandwirtschaft Eider-Treene-Sorge“ aus, das von „Kuno“ entwickelt wurde. Es läuft derzeit als Pilotprojekt mit fünf Teilnehmern. Ab 2015 soll es als ratifiziertes Vertragsnaturschutzprogramm weitergeführt werden. Es haben bereits sechs weitere Landwirte starkes Interesse bekundet, ab dem kommenden Jahr daran teilzunehmen, erläuterte „Kuno“-Geschäftsführein Martina Bode in ihrem Jahresbericht.

Einen Schwerpunkt bildete das Artenschutzprogramm „Gemeinschaftlicher Wiesenvogelschutz“. Es ist ein wichtiges Mittel, um die Forderungen der EU-Richtlinie Natura 2000 umzusetzen. Landwirte, auf deren Flächen Kiebitze, Uferschnepfen, Rotschenkel oder Große Brachvögel brüten, erhalten dabei Ausgleichszahlungen, wenn sie ihre Bewirtschaftung dem Brutgeschehen anpassen.

Die Vögel seien auf bewirtschaftetes Grünland angewiesen, sagte Bode. „Wir sehen immer wieder, dass die Grünlandwirte gebraucht werden, um die Richtlinien der EU im Natura-2000-Gebiet Eider-Treene-Sorge-Niederung umzusetzen.“ Eine enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz sei daher zwingend notwendig. Der Naturschutz sei für die teilnehmenden Landwirte inzwischen zu einem Wirtschaftsfaktor geworden, mit kalkulierbaren Einkünften für ihre wachsenden Betriebe.

Die erste Vorsitzende, Renate Rahn aus Meggerdorf, zeigte sich erfreut, dass etwa ein Drittel der 186 „Kuno“-Mitglieder zu der Veranstaltung gekommen war. „Das ist ein Zeichen dafür, dass es richtig war, dass wir diese Aufgaben nicht von der Verwaltung machen lassen, sondern selbst in die Hand genommen haben“, sagte sie.

Die Finanzierung des Vereins erfolgt zu 75 Prozent aus Landes- und EU-Mittel. Der Eigenanteil beträgt 25 Prozent, der aus Mitgliederbeiträgen, Zahlungen der Ämter und Spenden finanziert wird. Ab 2015 entfällt der Beitrag des Amtes Kropp-Stapelholm. „Es wird schwierig sein, dies auszugleichen“, sagte Rahn. Durch die Aktivitäten des Vereins habe sich die Natura-2000-Prämie für Landwirte fast verdoppelt. „Kuno“ sei es gelungen, das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (ME LUR) zu überzeugen, die Prämie in der Region von 80 auf 150 Euro pro Hektar zu erhöhen. Diese Erhöhung sei sehr wichtig, da der Nutzungsdruck auf die Grünlandflächen in den vergangenen Jahren stärker geworden sei.

In der Diskussion brachte es ein Landwirt auf den Punkt. Viele Landwirte nähmen dieses Geld gerne mit, träten aber dem Verein nicht bei. Der Jahresbeitrag von zwei Euro je Hektar im Natura-2000-Gebiet sei doch wirklich tragbar.

Bei den Vorstandswahlen wurde Hans-Peter von Lanken als Vertreter der Landwirtschaft bestätigt, Günther Bethke aus Königshügel übernahm den Posten als Vertreter der Gemeinden von Jürgen Holtorf aus Hamdorf, der bei den Kommunalwahlen 2013 nicht mehr kandidiert hatte.

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