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Verdrängungswettbewerb an den Wahl-Stellwänden der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

von
erstellt am 21.Aug.2013 | 00:33 Uhr

Natürlich ist es Sinn und Zweck von Wahlplakaten, dass sich das Wahlvolk die Gesichter der Kandidaten einprägt. Je größer, desto besser, mag sich die Schleswiger CDU gedacht haben, als sie sich ans Werk machte, ihre Plakate an den Stellwänden anzubringen. In einem deutlich größeren Format als bei den anderen Parteien übertrafen die CDU-Kandidaten dabei ihre Mitbewerber. Doch der Trick blieb nicht unbemerkt: Sowohl beim Ordnungsamt der Stadt als auch in der SN-Redaktion gingen Meldungen von unabhängigen „Wahlbeobachtern“ ein, die auf den unlauteren Wettbewerb hinwiesen. Die CDU bestellte, wie Kreisgeschäftsführer Rainer Haulsen betont, daraufhin neue Plakate in einem kleineren Format und überklebte die größeren. Mit dem Ergebnis: Jetzt schaut unter dem kleinen CDU-Plakat noch der Rest vom größeren hervor, so dass der Kandidatenname Sütterlin-Waack nun doppelt ins Auge des Betrachters fällt. Ein Effekt, der Wahlkämpfern nicht ganz unlieb sein dürfte.

Rainer Raup und Oliver Frieß vom Wahlamt der Stadt beobachten weiter die Lage. Sie sprechen wegen der überdimensionierten CDU-Plakate von „unerlaubter Wahlwerbung“. Ihr Einschreiten, diesen Fehler zu beheben, hatte jedoch Erfolg. Vorgeschrieben sei vom Rathaus das DIN-A-1-Format, sagt Raup. Die CDU hatte das 24,7 cm breitere DIN-A-0-Format bevorzugt. „Wir haben die 14 Stellwände für die Bundestagswahl in der Stadt aber so angelegt, dass alle zwölf zur Wahl angemeldeten Parteien sich mit ihren gleich großen Plakaten nebeneinander platzieren können“, erklärt Frieß. Wenn aber ein Plakat die anderen zur Seite drängt, dann hat der Letzte in der Riege am Ende 30 cm weniger Platz zur Verfügung. Raup: „Wir gehen jedoch davon aus, dass nach unserem Hinweis alle Stellwände vorschriftsmäßig beklebt werden.“ Und an den Laternenpfählen in der Stadt? Dort sticht die FDP mit ihrem Aushängeschild Kubicki deutlich hervor. An etlichen Stellen ist der SPD-Mann durch ihn quasi nach oben gedrückt worden, so dass er sich außer Sichtweite der Passanten befindet. Die Wahlkampf-Strategen haben kein leichtes Spiel.

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