Strassenmeisterei in Schuby : Väterchen Frost hat keine Chance

Noch ist das Lager mit riesigen Salzbergen gefüllt – doch das könnte sich bald   ändern.
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Noch ist das Lager mit riesigen Salzbergen gefüllt – doch das könnte sich bald ändern.

Autobahn- und Straßenmeisterei in Schuby ist auf den Wintereinbruch vorbereitet – gestreut wird noch mit Salz und Lauge. In Zukunft möchte der Betrieb jedoch auch auf die neue Salzlauge umsteigen, die bereits im Kreis Pinneberg und in Bad Oldesloe verwendet wird.

shz.de von
21. November 2013, 07:55 Uhr

In der Lagerhalle sind riesige Salzberge aufgeschüttet und auch die Tanks sind bis zum Rand voll mit Salzlauge. Die 40 Mitarbeiter der Autobahn- und Straßenmeisterei in Schuby sind auf den Winter vorbereitet. Das erste Glatteis hat ihnen schon Arbeit bereitet, doch da hat es Väterchen Frost noch recht gut mit ihnen gemeint. So streng wie vor einem Jahr ist der Winter bis jetzt noch nicht.

2200 Tonnen Salz und 40 000 Liter Lauge wurden bis Ende September auf dem Gelände eingelagert. Und die werden auch benötigt. In einem harten Winter, wie der im vergangenen Jahr, muss sogar nachgeliefert werden. Im Gegensatz zu den Straßenmeistereien im Kreis Pinneberg und in Bad Oldesloe, die zum ersten Mal ausschließlich reine Salzlauge verteilen, arbeitet der Betrieb in Schuby noch mit der sogenannten FS-30-Technik. Klaus-Peter Selmer, Leiter der Autobahn- und Straßenmeisterei, erklärt die Eigenschaften dieser Feuchtsalzstreuung: „Die Salzkörner werden auf dem Streuteller hinten am Fahrzeug mit Lauge befeuchtet.“ Der Vorteil: Das Salz fliegt nicht weg, sondern bleibt auf dem Boden liegen und kann die Tauwirkung sofort entfalten. Außerdem entziehe es dem Boden keine Wärme, was für neues Glatteis sorgen würde.

Sellmer schaut auf die beiden Monitore, auf denen er die Daten vom Deutschen Wetterdienst aufgerufen hat. Er und seine Mitarbeiter haben die Bildschirme immer im Blick und erkennen sofort, wenn die Temperaturen in den kritischen Bereich fallen. „Über Meldestationen an den Straßen bekommt der Deutsche Wetterdienst die aktuellen Daten, die er auswertet und dann an uns schickt“, erklärt Sellmer. Doch darauf allein verlassen sich die Mitarbeiter nicht: Regelmäßige Kontrollfahrten sind Pflicht. Vor allem Brücken werden dabei ins Visier genommen, denn dort ist die Glättegefahr wegen der drehenden Winde am höchsten. Selbst bei Plusgraden kann sich dadurch Glatteis bilden. Das beste Beispiel dafür ist die Hasselholmer Talbrücke bei Schleswig.

Gibt es für eine Straße eine Warnung, entscheidet Sellmer mit seinem Team, was zu tun ist. Reicht eine Kontrollfahrt nicht aus, weil direkt gestreut werden muss, rücken die Einsatzfahrzeuge sofort aus. Sie sind mit je fünf Tonnen Salz und 200 Liter Lauge beladen. Wenn Schnee und Eis den Autofahrern das Leben schwer machen, sind die Mitarbeiter in drei Schichten fast rund um die Uhr im Einsatz. Um 3 Uhr morgens beginnt der Dienst für die ersten zwölf Mitarbeiter. Sechs eigene Fahrzeuge stehen auf dem Gelände der Straßenmeisterei, zwölf weitere werden im Notfall von Vertragsunternehmen zur Verfügung gestellt. Sie sind für ein Straßennetz von insgesamt 480 Kilometern zuständig: Auf der A 7 von der Rader Hochbrücke bis zur dänischen Grenze sowie auf Bundes-, Land- und Kreisstraßen von Fleckeby bis Erfde im Süden und entlang der Grenze zum Kreis Nordfriesland bis nach Dänemark. Um die übrigen Straßen in Angeln – von Langballig über Olpenitz, Brodersby und Satrup – kümmert sich der Betrieb in Süderbrarup.

In Zukunft wird auch die Autobahn- und Straßenmeisterei in Schuby komplett auf Salzlauge umstellen. Dafür aber fehlen noch entsprechend große Tanks. Bis es soweit ist, werden die Männer in den orangefarbenen Wagen mit den herkömmlichen Mitteln für eine rutschfreie Fahrt auf unseren Straßen sorgen.

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