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SN-Fotoserie als Postkarten-Buch : Uwe Lorenzen und die Jagd nach dem richtigen Augenblick

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bilder von Hobby-Fotograf Uwe Lorenzen erscheinen als Postkarten im Buch. Der Verkaufserlös soll Kindern in Schleswig zugute kommen.

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 10:21 Uhr

Nur wer früh aufsteht, bekommt Gelegenheit, dem „Spinnenmann“ auf der Schlossinsel zu begegnen. So wie Hobby-Fotograf Uwe Lorenzen (73), der ihn beim Wandeln durch den Gottorfer Skulpturenpark entdeckte. Eine Figur, die im Morgentau komplett vom Spinnennetz eingefangen ist und dadurch wie erstarrt zu sein scheint – oder eben, je nach Sichtweise, unter einer Triefnase zu leiden hat. Jedenfalls hat Lorenzen diesen ungewöhnlichen Anblick mit der Kamera festgehalten. Das Foto (Titel: „Der Spinnenmann am Schloss“) ist eines von seinen 20 Bildern, die jetzt als Postkarten im Buch zusammengefasst sind – erschienen in der Lollfußer Druckmanufaktur Lange.

Nach unserer im vergangenen Jahr veröffentlichten SN-Serie mit Fotos von Uwe Lorenzen war der Fotograf von vielen Seiten angesprochen worden, ob Abzüge seiner Motive zu haben wären. So hatte Druckspezialist Stephan Lange die Idee, aus Lorenzens Impressionen ein Postkarten-Buch zu fertigen. Gedacht für Touristen wie für Einheimische, die es schätzen, Schleswig auch aus ungewöhnlichen Blickwinkeln kennen zu lernen. Das neuartige Konzept von Lange dabei ist: Die 20 Postkarten mit Bildern von „Uwe Lo“ sind jeweils zum Abreißen – doch ein Abzug mit demselben Motiv bleibt in kleinerem Format oberhalb der Abrisskante stecken, so dass man am Ende ein kleines Erinnerungsbüchlein in Händen hat, auch nachdem alle Karten verschickt sind.

Die Bilder sind drucktechnisch anspruchsvoll umgesetzt. Den Erlös aus dem Verkauf will Uwe Lorenzen vollständig für soziale Zwecke spenden, sagt er gegenüber den SN. Er möchte damit benachteiligte Kinder in Schleswig unterstützen.

Was macht Uwe Lorenzen beim Fotografieren richtig, damit die Leute hinschauen? Zunächst einmal: Alle seine Fotos wirken unverkrampft. Nichts ist gewollt inszeniert und arrangiert. Seine Fotos laden einfach nur zum Hinsehen ein, und auch dazu, noch einmal länger hinzusehen, um bisher unentdeckte Details wahrzunehmen: Das Licht, der Schatten, die ungewohnte Perspektive, die Spiegelung, etwa der „Indian Summer“ auf der Schlossinsel, die besondere Stimmung am Abend oder in der Morgendämmerung. Doch Postkartenmotive in Standard-Version, wie es sie von Dom, Schloss, Schlei und Wikingturm gibt, sind nicht seine Sache, meint er. Jedes seiner Motive zeigt tatsächlich den Lorenzen-Charakter, keines davon wird digital nachbearbeitet.

Künstlerisch anmutende Verfremdungen auf seinen Bildern haben stets einen natürlichen Ursprung – das Gegenlicht, die Farben der Jahreszeiten, der Blickwinkel oder vorwitzige Tiere. Seit seiner frühen Jugend begleite ihn das Fotografieren, sagt Lorenzen. Schon zu seiner Konfirmation habe er sich nur eines gewünscht: Einen Fotoapparat, eine Agfa Silette für 70 Mark. Heute fotografiert er mit einer Spiegelreflexkamera von Nikon. Auf die Stimmung kommt es ihm beim Fotografieren an. Auch auf seine eigene. Ist er nicht gut drauf, bleibt er lieber zu Hause, geht eben nicht auf die Foto-Pirsch. „Denn das merkt das Bild“, sagt Uwe Lorenzen. Ist er jedoch in Fotografier-Laune, lässt er sich voll auf die Umgebung ein, ebenso auf die Tiere und Insekten. Dabei lehnt er ein Stativ strikt ab. Uwe Lorenzen: „Die Tiere haben doch gar nicht Zeit und Lust, darauf zu warten, bis ich meine Ausrüstung aufbaue. Nein, da drücke ich lieber schnell auf den Auslöser, um den Augenblick einzufangen.“

❏ Ab heute ist das Postkarten-Buch („Schleswig Impressionen von Uwe Lo“ für 14,80 Euro) in der Geschäftsstelle der Schleswiger Nachrichten, Stadtweg 54, sowie in der Druckerei Lange, Lollfuß 31, und in der Buchhandlung Bernaerts erhältlich.

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