Schleswig : Unterstützer des Stadtmuseums formieren sich

Das Stadtmuseum erstrahlte während des Weihnachtsmarktes an diesem Wochenende im festlichen Lichterglanz. Um die Zukunft des Museums wird unterdessen gestritten.
Das Stadtmuseum erstrahlte während des Weihnachtsmarktes an diesem Wochenende im festlichen Lichterglanz. Um die Zukunft des Museums wird unterdessen gestritten.

Auf einer Info-Veranstaltung am Mittwoch geht es um die Zukunft des Schleswiger Stadtmuseums.

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03. Dezember 2015, 19:12 Uhr

In der Diskussion um die Zukunft des Stadtmuseums hat sich Ex-Bürgermeister Thorsten Dahl jetzt gleich zweifach zu Wort gemeldet. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Stadtmuseums lädt er ein zu einer Diskussionsveranstaltung am kommenden Mittwoch, 9. Dezember, um 20 Uhr in der Ausstellungshalle des Museums. Parallel dazu schickte er in seiner neuen beruflichen Funktion als Landes-Vorstandsreferent der Gewerkschaft Komba eine Pressemitteilung, in der er darauf hinweist, dass sich die Mitarbeiter des Museums große Sorgen um die Zukunft des Hauses machen.

Komba vertritt ebenso wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Interessen von Mitarbeitern der Kommunalverwaltungen. Auch Verdi hat sich in der Diskussion ums Stadtmuseum zu Wort gemeldet, nachdem die CDU-Fraktion im Finanzausschuss beantragt hatte, die Stelle von Museumsleiter Holger Rüdel nicht wieder zu besetzen, wenn Rüdel im Laufe des kommenden Jahres in den Ruhestand tritt. Die Christdemokraten betonten, dass dies nicht als Votum für eine Schließung des Museums zu verstehen sei.

Verdi fordert die politischen Entscheidungsträger der Stadt auf, den Bestand des Stadtmuseums nicht in Frage zu stellen. Das Museum sei ein wichtiger Baustein des kulturellen Angebotes in der Stadt. „Viele kulturelle Einrichtungen, wie zum Beispiel das Volkskundemuseum oder das Stadttheater, sind in den vergangenen Jahren weggespart worden. Wenn man in Schleswig überhaupt noch von einem kulturellen Angebot sprechen will, dann gehört das Stadtmuseum existenziell dazu“, sagt Bezirksgeschäftsführerin Ute Dirks. „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten zu keinem Zeitpunkt in die Diskussion einbezogen wurden und aus der Presse erfahren müssen, dass ihre Arbeitsplätze gefährdet sind“, so Karl-Heinz Pliete, zuständiger Verdi-Sekretär für Kommunalverwaltungen.

Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere den Vergleich des Landesrechnungshofes mit anderen Museen Schleswig-Holsteins. Das Schleswiger Stadtmuseum sei mit Einrichtungen in Husum oder Eckernförde nicht zu vergleichen. „Wir werden, sollte die Existenz des Stadtmuseums in Frage gestellt werden, die Bürger der Stadt mobilisieren, um sich für den Erhalt des Stadtmuseum Schleswig einzusetzen“, kündigte Ute Dirks an.

Ähnlich äußern sich Dahl und seine Stellvertreterin im Förderverein, Petra Neumann. Man sei entsetzt gewesen, dass man vom Vorstoß der CDU erst aus der Presse erfahren habe. Das Museum sei identitätsstiftend für Kinder, Jugendliche, Neubürger und Touristen. Anmeldungen für das Gespräch am Mittwochabend nehmen sie bis Montag unter Tel. 04621/936812 oder E-Mail info@unser-stadtmuseum.de entgegen.

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