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„Vineta“ in Busdorf : Unter 18-Jährige bleiben draußen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Diskothek „Vineta“ in Busdorf kündigt nach der Razzia Konsequenzen an - und zwar ab sofort: Die Betreiber wollen einen schärferen Blick auf den Alkoholkonsum der jungen Leute werfen.

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erstellt am 11.Apr.2014 | 07:39 Uhr

Busdorf | Die Betreiberin der Diskothek „Vineta“ hat auf die heftige Debatte nach der Razzia vom vergangenen Wochenende reagiert. „Wir lassen keine unter 18-Jährigen mehr rein“, erklärte Ingrid Kruse am Donnerstag. Dies gelte bereits am Freitagabend für die Party der Domschul-Abiturienten. Bei dieser Veranstaltung arbeiten Disco-Betreiber und Schüler zusammen.

„Für uns ist das natürlich ein Nachteil, weil weniger Gäste kommen werden“, sagte Madita Hofmann (19) vom Festkomitee der Domschule. „Aber in der jetzigen Situation des ‚Vineta‘ kann ich diese Maßnahme verstehen.“ Bei den Abi-Partys stimmen sich Disco-Betreiber und Schüler ab. Das „Vineta“ spendet einen Teil der Eintrittsgelder an die Jahrgangskasse, finanziert so den geplanten Abi-Ball mit.

Auch werde man am Abend ein schärferen Blick auf den Alkoholkonsum der jungen Leute werfen, kündigte Ingrid Kruse an. „Mischgetränke und unseren ‚kleinen Roten‘ wird es geben. Aber Hart-Schnaps wie Sambuca oder Tequila schenken wir nicht aus.“ Auf der Homepage des „Vineta“ werden die Schüler nach wie vor damit gelockt, dass ein doppelter Cola-Korn in der Zeit zwischen 22 und 23 Uhr nur zwei statt drei Euro kostet.

Bei der Razzia vor einer Woche waren in dem Busdorfer Tanzlokal nach Mitternacht 152 zum Teil stark betrunkene Minderjährige aufgegriffen worden. Ingrid Kruse bestreitet, dass ihr Team Hochprozentiges an Jugendliche ausgeschenkt hat. Auch hätten sich zum Zeitpunkt der Razzia nur noch wenige Minderjährige in der Disco aufgehalten. Wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz könnte die Betreiberin ihre Konzession verlieren. Sogar die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit dem Fall. „Ich habe Existenzängste“, räumte die 43-jährige Kruse ein. „Es betrifft ja die ganze Familie.“ Auch ihr Mann Helmut (61) sowie die Töchter Fabienne (25) und Kimberley (22) arbeiten in der Diskothek. Nach der Razzia hätten die Behörden bislang noch keinen Kontakt mit ihnen aufgenommen, berichtet Ingrid Kruse.

Auf Jugendliche ab 16 will das „Vineta“ aber nicht gänzlich verzichten. So wird am 30. Mai eine Party veranstaltet, bei der Minderjährige bis Mitternacht feiern dürfen – dann aber ohne Bier, Sekt und Schnaps. Weiter geben wird es zudem die „Only Teen“-Partys. So wie heute Abend, wenn Zwölf- bis 15-Jährige von 17 bis 21 Uhr auf die Tanzfläche dürfen.

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