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Auszeichnung für ein Lebenswerk : Unser Mensch des Jahres 2015

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

SN-Leser wählen Professor Dr. Rainer Winkler zum „Menschen des Jahres“ 2015.

von
erstellt am 26.Nov.2015 | 18:18 Uhr

„Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben.“ Der Satz stammt von der US-amerikanischen Schriftstellerin Pearl S. Buck. Er ist der Leitspruch des Kinderspielzentrums Schleswig-Friedrichsberg. In der Einrichtung in der Erikstraße erfahren Kinder aus sozial schwachen Familien die so notwendige Zuwendung, die die wichtige Grundlage für ihr weiteres Leben bildet. Auch Professor Dr. Rainer Winkler liebt Kinder. Und diese Liebe drückt er in einer vorbildlichen Weise aus. Ohne die 1995 zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Monika gegründeten Jugendstiftung Winkler wäre das Kinderspielzentrum heute wohl undenkbar. Die Leserinnen und Leser der Schleswiger Nachrichten haben Rainer Winkler nun für sein Lebenswerk zum „Menschen des Jahres“ gewählt.

Gestern statteten unsere Zeitung und die Flensburger Brauerei dem 75-Jährigen im Kinderspielzentrum einen Besuch ab, um die frohe Botschaft zu verkünden. Bei der Wahl hatte Winkler mit mehr als 50 Prozent die meisten Stimmen auf sich vereinigen können (siehe Info-Kasten). Doch auch die beiden anderen Nominierten – Tierschützerin Yvonne Wiegers-von Wegers und Flüchtlingslotsin Jutta Just – sind zweifellos Menschen des Jahres und leisten vorbildliche ehrenamtliche Arbeit.

„Es ist eine Ehre, die das ganze Haus betrifft und nicht nur mich als Person“, freute sich Winkler über die Auszeichnung. „Für die Stiftung ist es enorm wichtig, dass sie im Gespräch bleibt.“ Denn sie brauche jedes Jahr 30  000 bis 40  000 Euro an Spenden, rechnete er vor. Im Kinderspielzentrum, in dem täglich rund 80 Jungen und Mädchen betreut werden, sind neun Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen viele ehrenamtliche Helfer, ohne die das Angebot nicht aufrechtzuerhalten wäre.

Rainer Winkler, der früher als Chefarzt im Martin-Luther-Krankenhaus operierte, will etwas bewegen in Schleswig. Nicht nur für die Kinder. So engagiert er sich auch als Redaktionsleiter der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte sowie in der Bürgerinitiative Zukunftswerkstatt. Und als sich vor kurzem eine Initiative gründete mit dem Ziel, mittels einer Genossenschaft eine Stadthalle im Lollfuß zu errichten, war Winkler ebenfalls mit von der Partie. Entsprechend hat der kritische Beobachter des Geschehens in der Stadt eine klare Meinung zu den in dieser Woche vorgestellten Plänen, die „Heimat“ auf der Freiheit zu einem Kulturzentrum auszubauen. Winkler spricht von einem „Schnellschuss“ der Verantwortlichen. Er nennt das Gebäude der „Heimat“ einen „düsteren, unfreundlichen Ort“ und befürchtet unabsehbare Sanierungskosten.

Rainer Winkler denkt nicht daran, sich im Ruhestand zurückzulehnen. Er wolle dieser Stadt mit seiner Geschichte und der großen kulturellen Gegenwart, in der er sich wohlfühle, etwas zurückgeben. Und: „Sich geistig zu betätigen, ist das Beste, um sich gegen das Älterwerden zu wehren.“

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