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Theater-Neubau : Und plötzlich will das Museum Miete für den Hesterberg

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der kommenden Woche fällt im Rathaus die Vorentscheidung zum Theater-Neubau auf dem Hesterberg. Für das Grundstück verlang das Landesmuseum Miete. Diese Forderung lässt viele Ratsmitglieder staunen.

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erstellt am 03.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Der Tag der Wahrheit rückt näher: Am Montag, 16. Dezember, befindet die Ratsversammlung darüber, ob die Stadt auf dem Hesterberg ein neues Theater baut. Bereits am Donnerstag zuvor (12. Dezember, 16 Uhr im Rathaus), wird die Vorentscheidung in einer gemeinsamen Sondersitzung von Finanzausschuss, Bauausschuss und Kulturausschuss fallen.

In den vergangenen Tagen hat die Stadtverwaltung an die Ratsmitglieder die Unterlagen verschickt, die Grundlage für die Entscheidung sein sollen. Darin sind einige Informationen enthalten, die bereits bekannt sind, aber auch Neuigkeiten. So scheint sich die Hoffnung zu verfestigen, dass die Stadt für den Bau die Umsatzsteuer sparen kann, weil sie bei der Verpachtung ans Theater als „Betrieb gewerblicher Art“ handelt. Das jedenfalls besagt ein Gutachten der Unternehmensberatung Price Waterhouse Cooper. Dabei geht es um 2,65 Millionen Euro. Bei der Theatertechnik und Ausstattung sollen gegenüber der bisherigen Planung 400 000 Euro eingespart werden. Die Stadtverwaltung rechnet nun mit Gesamtkosten von 14,1 Millionen Euro.

Für ein gewisses Erstaunen sorgte bei den Kommunalpolitikern die Nachricht, dass die Stadt künftig für das Grundstück auf dem Hesterberg ein „Nutzungsentgelt“ an die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen zahlen soll. Die Rede ist von 50 000 Euro. Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) hatte die Liegenschaft des Volkskundemuseums bisher stets als den Beitrag des Landes für den Theater-Neubau bezeichnet. Dass dieser Beitrag nicht gratis ist, sondern die Stadt eine Pacht zahlen soll, „darüber werden wir noch einmal reden müssen“, sagte CDU-Fraktionschef Holger Ley auf SN-Nachfrage. Die Vertreter der anderen Fraktionen äußerten sich ähnlich. Im Kieler Kulturministerium tut man so, als wäre diese Mietforderung ganz selbstverständlich. Schließlich entstehe dem Museum ein „realer Vermögensverlust“, sagt Ministeriumssprecher Oliver Breuer. Die Pacht würde nicht die Stadt Schleswig zahlen, sondern das Landestheater, betont er. Allerdings bedeutet das auch, dass der Stadt Schleswig die entsprechenden Mieteinnahmen verloren gehen.

Ein weiterer Knackpunkt in den Beratungen dürfte die Frage sein, was passiert, wenn das neue Theater am Ende teurer wird als geplant. Klar ist, dass die Stadt für ihr Bauvorhaben 6,3 Millionen Euro aus dem landesweiten kommunalen Finanzausgleich erhalten wird. Der Kreis Schleswig-Flensburg zahlt eine Million. Dieselbe Summe steuert das Landestheater selbst bei – überwiegend aus Spenden. 800 000 Euro für die Schadstoffsanierung der Hesterberg-Gebäude übernimmt das Land. Sollte es bei den geplanten Kosten von 14,1 Millionen Euro bleiben, zahlt die Stadt – wie vorgesehen – fünf Millionen. In ihren Ausschreibungen plant die Stadt einen Kostendeckel. Schutz vor teuren unerwarteten Vorkommnissen bietet das aber nicht. „Wir müssen ehrlich sein“, sagt SPD-Fraktionschef Stepahn Dose, „außer der Stadt wird es niemanden geben, der dieses Risiko übernimmt.“

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