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Dreister Diebstahl in Groß Rheide : Und plötzlich war der Anlasser weg

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Manfred Bullok wollte einen 60 Jahre alten Trecker verkaufen – und wurde bestohlen.

von
erstellt am 19.Jun.2016 | 07:02 Uhr

„Es gibt ja Schlimmeres auf der Welt“, sagt Manfred Bullok, „aber dass es auch unter Oldtimerfreunden Spitzbuben gibt, hätte ich nicht gedacht.“ Der Vorfall, der das Weltbild des 73-Jährigen ein wenig ins Wanken brachte, ereignete sich von wenigen Tagen in Groß Rheide.

Weil er einen alten Deutz-Schlepper aus dem Jahr 1957 verkaufen wollte, hatte Bullok das gut erhaltene Fahrzeug auf seinen Hofplatz direkt an die Hauptstraße gestellt. Dort sehen viele Autofahrer das verlockende Angebot, dachte er sich. Und damit hatte Manfred Bullok auch recht. Immer wieder hielten Interessenten an und begutachteten den Oldtimer. Es dauerte aber bis zum vergangenen Donnerstag, bis es konkret wurde. Ein Ehepaar lies sich den Deutz zeigen und äußerte einen verständlichen Wunsch: „Lass ihn doch mal an.“

Für Manfred Bullok war das zunächst kein Problem: „Der Schlepper ist gut in Schuss, hat TÜV und ist immer angesprungen.“. Diesmal aber nicht. Kein Mucks, nicht einmal ein Klicken. Die beiden männlichen Oldtimer-Experten rätselten herum, bis die Ehefrau auf den Motor zeigte und fragte: „Was ist das eigentlich für ein Loch hier?“ Ein Blick, dann war klar: Dort sollte eigentlich der Anlasser verbaut sein. Und ein zweiter Blick machte dann deutlich, was passiert war. „Den hat jemand geklaut“, ist sich Manfred Bullok sicher, „zwei Kabel durchtrennt, zwei Schrauben gelöst und weg.“ Aus dem Verkauf des geplünderten Schleppers wurde natürlich nichts.

Inzwischen steht der Deutz wieder einsatzbereit an der Straße. Der neue alte Anlasser wurde in Bayern bestellt und hat 120 Euro gekostet. Dass der zunächst repariert werden musste, ärgerte Manfred Bullok nur kurze Zeit. Viel mehr macht ihm die Frage zu schaffen, wer so dreist sein kann, quasi direkt unter seinen Augen ein wichtiges Teil zu stehlen. Seine Antwort: Das war jemand, der genau wusste, was er tat – und genau dieses Ersatzteil für seinen Trecker brachte. Mit anderen Worten: Ein Oldtimerfreund. „Nach außen hin sind alle freundlich, man hilft sich und es besteht ein gutes Miteinander. Aber es gibt auch mindestens einen Spitzbuben“, hat Manfred Bullok eingesehen.

Anzeige bei der Polizei hat er nicht erstattet, davon verspricht sich der 73-Jährige nichts. Einen Grund, das Schrauben und Sammeln zu lassen, sieht er in dem Vorfall nicht. Aber auf dem nächsten Teilemarkt wird er die Angebote mit anderen Augen betrachten.

Der alte Deutz steht immer noch in Groß Rheide zum Verkauf. Und er springt auch an. Damit das so bleibt, fährt Manfred Bullok die Antiquität nun jeden Abend in den Schuppen. Man kann ja nicht wissen, ob jemand noch weitere Ersatzteile benötigt.

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